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04.04.2006

10:35 Uhr

Bilanz und Ausblick

KfW sieht schwarz für ihre Kunden

Die KfW hat im abgelaufenen Jahr gut verdient. Für sich selbst sieht sie auch weiter eine ordentliche Entwicklung. Die staatliche Förderbank befürchtet in der nahen Zukunft aber Rückschläge für ihre wichtigsten Kunden, die Mittelständler.

HB FRANKFURT. Im vergangenen Jahr kletterte der Gewinn der KfW unter dem Strich um 257 Mill. auf 625 Mill. Euro. Hauptgrund hierfür war der Rückgang der Risikovorsorge um 25 Prozent auf 603 Mill. Euro. Insbesondere die Risikolage in der Export-, der Projekt- sowie der Beteiligungsfinanzierung habe sich verbessert, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht des Instituts. Der Zinsüberschuss – die wichtigste Ertragskomponente – legte um 4 Prozent auf 1,64 Mrd. Euro zu, während sich der Provisionsüberschuss um 7 Prozent auf 203 Mill. Euro erhöhte. Die Kosten stiegen von 552 auf 582 Mill. Euro.

„Gesamtwirtschaftlich geht die KfW Bankengruppe davon aus, dass sich 2006 die bislang moderate konjunkturelle Belebung in Deutschland verstärken wird“, hieß es. Neben dem Außenhandel werde auch die Investitionsgüternachfrage Impulse liefern, während der Konsum wohl nur leicht ansteige. Die geplante Mehrwertsteuererhöhung sowie die voraussichtliche schwächere Weltkonjunktur dämpfen nach Einschätzung der KfW aber die Aussichten für 2007. Die Binnennachfrage werde dies nicht kompensieren können, hieß es. „Da die meisten kleinen und mittleren Firmen weit mehr als die international orientierten Großunternehmen sehr stark oder sogar ausschließlich auf den engeren regionalen und nationalen Märkten aktiv sind, bleibt das weitere Aufwärtspotenzial im Mittelstand damit begrenzt“.

Das erwartete Fördervolumen fürs laufende Jahr bezifferte die Bank auf 35 bis 40 Mrd. Euro und bekräftigte ihren voraussichtlichen Refinanzierungsbedarf von 50 bis 55 Mrd. Euro. Das Verbriefungsvolumen über die Plattformen „Provide“ und „Promise“ soll sich auf 10 bis 12 Mrd. Euro belaufen.

Zum eigenen Geschäft hieß es weiter: „Auch in den kommenden beiden Jahren werden wir die Privatisierung der Deutschen Telekom und der Deutschen Post fortführen.“ Die KfW sei bereit, weitere Aktienpakete des Bundes zu übernehmen. Für die KfW-Tochter Ipex kündigte das Institut an, die Vorbereitungen für den Übergang in die Selbstständigkeit 2008 voranzutreiben. „Der Antrag auf Erteilung einer Banklizenz wird in der zweiten Jahreshälfte gestellt werden.“ Für 2006 kündigte die KfW ein „mäßiges Personalwachstum“ an. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Mitarbeiter um 43 auf 3740 gewachsen.

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