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06.10.2016

13:28 Uhr

Bilanzfälschung

Die Frankfurt-Siena-Connection

VonRegina Krieger

Zwei Problembanken unter einer Decke: Der Deutschen Bank wird vorgeworfen, Derivategeschäfte mit dem italienischen Geldhaus Monte dei Paschi verschleiert zu haben. Für beide Institute kommen diese Vorwürfe zur Unzeit.

Das Hauptquartier der ältesten Bank der Welt in Siena: Erneut gibt es Vorwürfe gegen das Kreditinstitut, diesmal betrifft es Geschäfte mit der Deutschen Bank. Reuters

Monte dei Paschi

Das Hauptquartier der ältesten Bank der Welt in Siena: Erneut gibt es Vorwürfe gegen das Kreditinstitut, diesmal betrifft es Geschäfte mit der Deutschen Bank.

RomDie krisengeplagte Deutsche Bank hat eine neue, zusätzlicher Baustelle, diesmal in Italien: In einer Anhörung der Finanzaufsicht Bafin kam heraus, dass Manager der Bank in 37 Fällen für Kunden der italienischen Bank Monte dei Paschi aus Siena Transaktionen verschleiert haben sollen, bei denen Kredite, die nicht in den Büchern auftauchten, in Derivate umgewandelt wurden. Das meldet die Agentur Bloomberg, die eine Kopie der Anhörungsunterlagen eingesehen haben will. Die Deutsche Bank habe mit der italienischen Bank unter einer Decke gesteckt, um die Verluste von Monte dei Paschi zu verbergen, schreibt Bloomberg.

Es geht um Vorfälle im Jahr 2013. 103 Deals im Wert von 10,5 Milliarden Euro sollen die Manager der Deutschen Bank für 30 Kunden abgeschlossen haben. 37 davon wurden „angepasst“ ohne Kennzeichnung in den Büchern. Bei der Bafin-Anhörung sei herausgekommen, dass Monte dei Paschi die einzige Bank aus dem Kundenkreis der Deutschen Bank gewesen ist, die mit solchen Transaktionen „Augenwischerei“ betrieben hat.

Die Deutsche Bank dagegen habe in der Zeit von 2008 bis 2010 ähnliche Deals mit anderen Banken von Italien bis Indonesien getätigt, aber nicht korrekt verbucht. Das Derivategeschäft mit Siena, das unter dem Namen „Santorini“ lief, sei von leitenden Bankern der Deutschen Bank nicht autorisiert worden, so Bloomberg. Außerdem seien auch dann keine Korrekturen gemacht worden, als 2012 eine Vorladung der US-Notenbank in Frankfurt einging.

Das Ganze kam 2013 ans Licht, auch dank der italienischen Bankenaufsicht. Monte dei Paschi berichtigte daraufhin wie verlangt seine Jahresabschlüsse bis 2015. Inzwischen ermittelt auch die Justiz. Schon 2008 wurden ehemalige Manager der Deutschen Bank, darunter Michele Faissola und Ivor Dunbar, enge Mitarbeiter des damaligen Chefs Anshu Jain, von der Mailänder Staatsanwaltschaft wegen der Transaktionen mit Monte dei Paschi beschuldigt.

Erst vor ein paar Tagen, Ende September, kam eine neue Anklage der Staatsanwaltschaft Mailand dazu, die auf Wirtschaftskriminalität spezialisiert ist. Nach anderthalbjährigen Ermittlungen des Untersuchungsrichters Livio Cristofano ging sie gegen 13 ehemalige und noch beschäftigte Manager von Monte dei Paschi, Deutsche Bank und des Vermögensverwalters Nomura wegen illegaler finanzieller Aktivitäten. Anwälte der Angeklagten lehnten eine Stellungnahme ab.

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