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19.01.2010

14:16 Uhr

Bilanzsaison

US-Großbank Citigroup meldet Milliardenverlust

Die Citigroup ist eine jener US-Großbanken, die noch immer von der Krise schwer gezeichnet sind. Heute legte sie Zahlen vor - und die haben es in sich: Im vierten Quartal fuhr das Institut ein Minus von 7,6 Mrd. Dollar - ein höherer Verlust als erwartet. Verantwortlich dafür macht Bankchef Pandit Belastungen durch die Staatshilfen.

Citi-Chef Pandit bei einer Kongressanhörung in Washington. ap

Citi-Chef Pandit bei einer Kongressanhörung in Washington.

rüd/HB DÜSSELDORF. Nach den überwiegend positiven Zahlen der US-Bank JP Morgan für 2009 hat Konkurrent Citigroup heute die Branche ernüchtert: Die US-Großbank fuhr ein Minus von 7,6 Mrd. Dollar oder 0,33 Dollar je Aktie ein (Vorjahresquartal: minus 17,3 Mrd. Dollar oder 3,40 Dollar je Aktie). Von der Nachrichtengentur Bloomberg befragte Analysten hatten im Schnitt mit minus 0,30 Dollar gerechnet.

Für das Gesamtjahr 2009 wies Citi dank Beteiligungsverkäufen einen Verlust von 1,61 Mrd. Dollar aus - nach einem Rekordminus von 27,68 Mrd. Dollar im Jahr 2008. Experten hatten für das vergangene Jahr mit einem Minus von 3,3 Mrd. Dollar gerechnet.

Die Citigroup-Aktie drehte nach Bekanntgabe der Zahlen im vorbörslichen Handel in New York zwischenzeitlich um drei Prozent ins Minus, erholte sich im frühen Handel aber wieder und drehte sogar leicht ins Plus. Die Papiere der Deutschen Bank haben anfänglichen Verluste im Sog der Citigroup-Zahlen wieder aufgeholt. Händler in Frankfurt erklärten, viele Anleger hätten bei der Citigroup schon eine Enttäuschung erwartet und entsprechend eingepreist. Auch der Dax zog nach einem kurzen Ausflug ins Minus wieder deutlich an.

Gründe für das erneute Milliardenminus im Schlussquartal sind laut Citi vor allem hohe Kosten bei Rückzahlung der Staatshilfen. Allein 6,2 Mrd. von den 7,6 Mrd. Dollar Verlust seien darauf zurückzuführen. Doch auch gestiegene Kreditrisiken und eine zunehmende Zahl von Ausfällen bei US-Gewerbeimmobilien spielen eine Rolle. Für das laufende Jahr gibt sich Citigroup-Chef Pandit zuversichtlich: "Wir starten gut kapitalisiert in das Jahr 2010", sagte er bei der Präsentation der Zahlen.

Analysten sahen in den Zahlen einen Beleg dafür, dass sich die Kreditmisere der Branche nicht schnell ändern wird. "Im nächsten Quartal oder in den nächsten zwei Quartalen werden wir eine Wende bei den Krediten sehen", sagte ein Experte. "Es wird eben noch nicht dieses Quartal sein."

Zuletzt hatte Pandit Druck von seinen Anteilseignern bekommen. Ende vergangener Woche hatte der saudi-arabische Großaktionär Prinz Alwalid bin Talal in diesem Jahr bessere Ergebnisse eingefordert. Die Aktionäre seien bislang sehr geduldig gewesen, sagte der Milliardär dem Sender Fox Business Network. "Die Flitterwochen sind jetzt vorbei. Zwei Jahre sind genug und ich glaube, dass er 2010 Ergebnisse liefern wird", sagte Alwalid über Pandit. Alwalid ist der Chef der Kingdom Holding.

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