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11.07.2012

16:28 Uhr

Bilanzsanierung

EU-Aufsicht ermahnt Banken nicht zu früh nachzulassen

Das Kapitalpolster haben die europäischen Großbanken gestärkt, doch die EU-Bankenaufsicht warnt: Bei sieben Instituten fehlten noch knapp zehn Milliarden Euro. Die Finanzspritzen sollen aus den Staatskassen fließen.

Die Türme der Banken in Canary Wharf in London: Die EBA ermahnt die Großbanken, nicht nachzulassen. dpa

Die Türme der Banken in Canary Wharf in London: Die EBA ermahnt die Großbanken, nicht nachzulassen.

LondonDie europäischen Großbanken sind auch nach der von den Aufsehern verordneten massiven Sanierung ihrer Bilanzen noch nicht aus dem Gröbsten heraus. 27 Institute hätten ihre Kapitalbasis seit Ende des vergangenen Jahres um insgesamt 94,4 Milliarden Euro aufgebessert, bilanzierte die EU-Bankenaufsicht EBA am Mittwoch. Sieben Institute brauchten aber Finanzspritzen des Staates von zusammen 9,5 Milliarden Euro, um das geforderte Kapitalpolster von neun Prozent der risikogewichteten Bilanzsumme zu erreichen. Einige davon sind auch noch nicht geflossen.

"Da muss noch eine Menge getan werden", resümierte EBA-Chef Andrea Enria im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Das ist noch nicht die Wunderwaffe, um die schwierige Situation der europäischen Banken zu lösen." Die Banken dürften bei der Reparatur ihrer Bilanzen nicht nachlassen.

Die verschärften Anforderungen sollen so lange gelten, bis alle Banken weltweit vom kommenden Jahr an ohnehin schärfere Kapitalregeln zu erfüllen haben. Die EU hatte mit der Aktion, an der ursprünglich 31 Banken beteiligt waren, das Vertrauen und die Stabilität in die Branche wiederherstellen wollen. Doch dazu brauche es mehr, räumte Enria ein.

"Einige dieser Schritte sind nicht in unserer Hand." Die EU-Mitgliedstaaten hatten sich Ende Juni auf Grundzüge einer "Bankenunion" verständigt, die eine Beaufsichtigung der Großbanken durch die Europäische Zentralbank und eine gemeinsame Einlagensicherung vorsieht. Die Staatsschuldenkrise hat tiefe Löcher in die Bankbilanzen gerissen und das Vertrauen der Häuser untereinander erneut zerstört.

Die EBA hatte zunächst eine Kapital-Lücke von 113 Milliarden Euro ermittelt. Diese schrumpfte aber auf 76 Milliarden zusammen, weil mehrere Banken aus der Wertung genommen wurden, die ohnehin in einem massiven Umbau steckten oder abgewickelt werden. Neben den mit 30 Milliarden gestützten griechischen Banken gehörten dazu die WestLB und die österreichische ÖVAG - und zuletzt auch die von der Immobilienkrise massiv gebeutelte Sparkassen-Holding Bankia, für die Spanien bei der EU Finanzhilfen über 19 Milliarden Euro beantragt. Die EBA hatte Ende 2011 für Bankia nur eine 1,3 Milliarden Euro große Lücke ermittelt.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

11.07.2012, 16:44 Uhr

Jetzt bitte noch die konkreten Zahlen der ausgelagerten Kredite dieser Banken.

Es ist nicht davon auszugehen, dass die Banken tatsächlich ihr Kapital aufgestockt haben, sondern einfach Kredite ausgelagert haben und so die Bilanzen frisiert haben. Und so entsteht die nächste Blase.

Account gelöscht!

11.07.2012, 21:13 Uhr

.. nämlich in die berühmt berüchtigten Zweckgesellschaften von denen bis heute niemand weiss wieviel Mrd.€ dort bereits lagern bzw. zur nächsten Blase beitragen werden(können).

Sebastinan

11.07.2012, 23:10 Uhr

Mit Banken konnte man seit Mai 07 nur reich werden,wenn man short war.Mit Ausnahme der 09-er Erholung verfestigte sich der Abwärtstrend.Aus diesem auszubrechen dürfte nur sehr schwer gelingen.

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