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21.09.2011

00:02 Uhr

Bilanzstandards

Börsig baut auf US-Votum für Einheitlichkeit

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Clemens Börsig, geht davon aus, dass weltweit bald einheitliche Regeln für Bilanzen gelten werden. Doch so schnell wie gewünscht wird daraus nichts.

Clemens Börsig setzt auf einen Paradigmenwechsel in den USA. Reuters

Clemens Börsig setzt auf einen Paradigmenwechsel in den USA.

FrankfurtDeutsche Bank-Aufsichtsratschef Clemens Börsig hofft noch in diesem Jahr auf einen großen Fortschritt hin zu weltweit einheitlichen Bilanzstandards. Er gehe fest davon aus, dass die US-Börsenaufsicht SEC 2011 darüber entscheide, ob sie die internationalen Regeln für die Rechnungslegung (IFRS) auch bei heimischen Unternehmen akzeptiere, sagte der frühere Finanzchef des größten deutschen Geldhauses am Dienstagabend in Frankfurt.

Ein positives Votum wäre ein großer Schritt in Richtung einheitliche Standards, da die USA bislang noch an ihren eigenen Regeln US-GAAP festhalten. „Ich hoffe auf eine couragierte Entscheidung der SEC-Chefin Mary Schapiro“, sagte Börsig, der auch Treuhänder der Stiftung ist, die die Entwickler der internationalen Bilanzstandards kontrolliert. Dieses Standardisierungsgremium namens IASB und das US-Pendant FASB arbeiten seit vielen Jahren an einer Annäherung der Bilanzierungsregeln für Banken und andere Unternehmen.

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer haben nach der Finanzkrise Tempo gemacht und ein weltweit einheitliches Regelwerk gefordert. Eigentlich sollten die Arbeiten dieses Jahr abgeschlossen sein, aber sie verzögern sich nun bis 2012, wie Börsig noch einmal bestätigte. Ein Knackpunkt ist die Bewertung von Finanzinstrumenten.

In den USA gibt es starke Stimmen, die alles zum aktuellen Marktpreis (fair value) bilanzieren wollen. Die internationalen - in mehr als 100 Ländern - gültigen Regeln IFRS sehen dagegen vor, dass bestimmte Papiere auch zu Anschaffungskosten verbucht werden dürfen.

Kritiker erkennen in einer rigiden Bewertung zu Marktpreisen die Gefahr, dass sich Krisen verschärfen, da die Banken zu immer neuen Abschreibungen gezwungen werden. Börsig rechnet damit, dass sich nach einer entsprechenden Entscheidung der US-Börsenaufsicht das nochmals weiterentwickelte Regelwerk IFRS am Ende als weltweiter Standard durchsetzen wird.

„Für die Amerikaner wäre das ein echter Paradigmenwechsel“, räumte der Deutsche Bank-Aufsichtsratschef ein. Die dort gültigen Regeln wären dann erstmals nicht mehr „made in USA“. Er ist dennoch zuversichtlich: „Wir sind mit unserem Konvergenzprojekt auf gutem Wege.“

Von

rtr

Kommentare (1)

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farogg

21.09.2011, 07:46 Uhr

und warum kann man nicht wie im alten HGB nach Niederstwert bilanzieren, das würde Reserven für Krisen schaffen und den Bankvorständen nicht Tür und Tor für Manipulation öffnen???

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