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05.01.2006

11:12 Uhr

Bilanzverlust von 1,3 Mrd. Euro

AHBR-Sanierung provoziert stille Gesellschafter

Die Sanierung der Immobilienbank AHBR trifft auf Widerstand der stillen Gesellschafter. Am Dienstag hieß es, ein Wirtschaftsprüfer solle die Jahresabschlüsse und den plötzlich auftretenden Milliarden-Verlust erklären.

ben HB FRANKFURT. In deren Umfeld hieß es am Dienstag, ein Wirtschaftsprüfer sei mit der Begutachtung des Jahresabschlusses 2004, der Zwischenberichte und der noch ausstehenden Bilanz 2005 beauftragt worden, nachdem die Bank für dieses Jahr überraschend einen Milliardenverlust angekündigt hatte.

Die Allgemeine Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) hatte am Montag einen Bilanzverlust von bis zu 1,3 Mrd. Euro in Aussicht gestellt, nachdem sie Ende September noch einen kleinen Gewinn ausgewiesen hatte. Zur Deckung des Verlusts sollen stille Einlagen über 372 Mill. Euro und Genussscheinkapital von 567 Mill. Euro „in beträchtlichem Umfang“ herangezogen werden. Nach der Ankündigung gaben die Kurse der AHBR-Genussscheine erheblich nach.

Die AHBR war im vergangenen Jahr nur durch milliardenschwere Kreditlinien deutscher Großbanken und frisches Kapital der damaligen Hauptaktionäre, der Gewerkschaften, am Leben erhalten worden. Am Ende übernahm der US-Investor Lone Star die Bank und erhielt von den alten Anteilseignern eine Mitgift von 370 Mill. Euro.

Unklar ist bislang, ob ein ebenfalls von den Alteigentümern bestückter Treuhandfonds über 584 Mill. Euro bereits ausgeschöpft ist. „Wenn dies nicht geschehen ist, muss man sich fragen, warum nicht“, hieß in den Kreisen der stillen Gesellschafter. Ein AHBR-Sprecher hatte dazu zuletzt nur vage davon gesprochen, dies sei „in Teilen“ der Fall. Er verteidigte die hohen Verluste als durch die Neuausrichtung der Bank bedingt. Dass die stillen Gesellschafter und Genussscheininhaber davon betroffen seien, liege nun mal im Charakter dieser Investments; in beiden Fällen handelt es sich wirtschaftlich gesehen um Eigenkapital.

Die stillen Gesellschafter wollen sich aber offenbar nicht damit abfinden, dass die übrigen Banken schadlos aus der AHBR-Rettungsaktion herauskommen, während sie selbst Federn lassen müssen. „Es ist letztlich eine Frage des Umgangs in der Bankenszene miteinander“, hieß es.

Zu den stillen Gesellschaftern gehören unter anderem die Versicherer Volksfürsorge und DEVK sowie die DZ-Bank. Letztere ist dem Vernehmen nach mit Einlagen von 140 Mill. Euro beteiligt.

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