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22.01.2007

10:12 Uhr

Bis zu 6,5 Mrd. Euro erwartet

Berlin gibt Startschuss für Landesbank-Verkauf

Der Kampf ist eröffnet: Die Landesbank Berlin Holding steht offiziell zum Verkauf. Die Sparkassen fahren gegenüber Mitbewerber Hypo-Vereinsbank schwere Geschütze auf – besonders verbal. Bis zum 5. Februar müssen Interessenten ihre Kaufabsichten bei einer Investmentbank bekunden.

(pk) FRANKFURT. Pünktlich zum offiziellen Beginn des Bieterwettbewerbs um die Landesbank Berlin Holding (LBB) reiten die Sparkassen eine verbale Attacke gegen die Unicredit-Tochter Hypo-Vereinsbank (HVB). Die HVB habe die notwendigen Mittel für Berlin nur durch eine optimierte Steuerstrategie zu Lasten der Allgemeinheit aufbringen können, lautet der Vorwurf. Sparkassenpräsident Heinrich Haasis sagte auf einem Neujahresempfang, es „entbehre nicht einer gewissen Ironie“, das „Steuergeschenk“ für den Kauf der LBB und ihrer Sparkasse einsetzen zu wollen. Die HVB hatte aus dem Verkauf ihrer Österreich-Tochter Bank Austria Creditanstalt sowie weiterer Osteuropa-Aktivitäten an ihre italienische Konzernmutter einen weitgehend steuerfreien Buchgewinn von 6,5 Mrd. Euro erzielt. Eine HVB-Sprecherin wollte sich zur Kritik nicht äußern.

Mit Zeitungsanzeigen hat jetzt offiziell das Verfahren zum Verkauf der 81-Prozent-Beteiligung des Landes Berlin an der LBB begonnen. Gemäß den Auflagen der EU-Kommission - sie segnete Milliardenhilfen des Landes ab - ist ein diskriminierungsfreies Bieterverfahren durchzuführen. Mit der zur LBB gehörenden Berliner Sparkasse kann damit erstmals eine private Bank ein öffentlich-rechtliches Institut erwerben. Potenzielle Käufer müssen bis zum 5. Februar ihr Interesse bei der Investmentbank UBS bekunden. Alternativ zum Verkauf bereitet das Land einen Verkauf über die Börse vor.

Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) sagte, neben dem Verkaufserlös spiele eine wichtige Rolle, welcher Weg die besten Perspektiven für die weitere Entwicklung des Unternehmens am Standort Berlin biete. Ein Senatssprecher erklärte, man erwarte belastbare Zusagen für den Standort und die Mitarbeiter. „Die Bank ist schlank aufgestellt, in Zukunft dürfte es eher um einen Stellenaufbau gehen.“

Neben den Sparkassen und der HVB haben die französische BNP Paribas und die Commerzbank bereits ihr Interesse signalisiert. In der ersten Runde erwarten Investmentbanker mindestens 20 Absichtserklärungen, die Kaufpreisschätzungen liegen im Mittel bei etwa 6,5 Mrd. Euro.

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