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24.01.2017

12:27 Uhr

Bitcoin-Technik Blockchain

IT-Innovation soll Derivategeschäft revolutionieren

Die US-Finanzbranche stellt ihr Derivategeschäft auf eine neue Technik um: Blockchain. Diese hat die virtuelle Bitcoin-Währung möglich gemacht. Die Investmentbanken könnten mithilfe der Technik womöglich Milliarden einsparen.

IT-Innovationen könnten die Finanzwelt komplett umkrempeln. Reuters, Sascha Rheker

Datenserver in Hafnarfjordur, Island

IT-Innovationen könnten die Finanzwelt komplett umkrempeln.

New YorkErst kommt das Schlagwort, verbunden mit viel Phantasie. Dann kommt die Ernüchterung. Und dann, wenn die Aufregung sich gelegt hat, werden die ersten wirklich großen Projekte umgesetzte. Dieses Muster, das typisch ist für technische Innovationen, zeigt sich auch bei der sogenannten Blockchain-Technik.

Sie steht hinter der virtuellen Währung Bitcoin. Bitcoins werden in digitalen Datenbanken praktisch „aus dem Nichts“ erschaffen. Die Blockchain-Technik sorgt dafür, dass die Datenbank nicht im Nachhinein manipuliert werden kann. So wird der Wert eines vorangehenden Datensatzes auch nach Veränderung im nachfolgenden Datensatz gesichert. Dabei werden die Informationen ohne Zwischenschaltung einer zentralen Instanz jedem Teilnehmer in identischer Form und weitgehend fälschungssicher zur Verfügung gestellt.

Zwar wurde die Blockchain-Technik ursprünglich als frei verfügbare Software-Basis für die elektronische Bitcoin-Währung entwickelt. Sie ist aber für jede Art Konto- und Buchführung geeignet. Nach einer Phase der Testläufe und Nischenprojekte wird in den USA jetzt die Abwicklung von Termingeschäften, Derivaten, auf diese Technik übertragen – mit einem jährlichen Buchungsvolumen von elf Billionen Dollar. Das kommt einem Durchbruch der Blockchain-Technik gleich.

Dafür ist ein in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannter Riese verantwortlich: die Depositary Trust & Clearing Corporation (DTCC) in New York. Die Gesellschaft besorgt im Wesentlichen die Abwicklung des amerikanischen Wertpapiergeschäfts und bewältigt ein Volumen von jährlich rund 1,6 Billiarden Dollar. Die US-Finanzbranche ist ihr Kunde – zugleich ihr Eigentümer.

Ziel des neuen DTCC-Projekts ist eine Vereinfachung der Abläufe für alle Beteiligten. Das soll zu deutliche Kostensenkungen im Derivatehandel führen, für die DTCC allerdings keine Schätzung abgibt. Die Unternehmensberatung Accenture hat eine Kalkulation veröffentlicht, wie acht untersuchte Investmentbanken ihre Kosten mithilfe von Blockchain senken könnten. Demnach könnten die Geldhäuser Kosten von derzeit 30 Milliarden Dollar um acht Milliarden Dollar verringern. Einsparmöglichkeiten durch die neue Technik sieht Accenture unter anderem bei der Bereitstellung von Finanzinformationen und der Compliance, der Überwachung von geschäftlichen Vorgängen.

Kommentare (1)

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Herr Klaus Meier

24.01.2017, 14:19 Uhr

Viele Unternehmen haben bereits verstanden das sie mit Blockchains enorme Kosten einsparen können.
Noch nicht verstanden haben sie das nur öffentliche bzw. dezentrale Blockchains stabil und sehr langlebig sein werden.
Während private und interne Lösungen Kosten sparen können, bleibt hier nach wie vor das Problem von Betrug, Zensur und Überregulierung bestehen.
Finanzielle Freiheit erlangen wir nur auf öffentlichen und dezentralen Blockchains.

Schlussendlich wird es natürlich Beides geben und wir werden Konten und Dienste je nach Anwendungsfall einsetzen. Vermögen das ich sicher wissen möchte parke ich entsprechend auf einer öffentlichen und dezentralen Lösung wie zB. BitShares, während mein Gehalt, meine Rechnungen und Versicherungen auf privaten oder hybriden Blockchains lagern werden, wo sie entsprechend Reguliert (eingefroren) werden können.

Ich denke selbst ohne Bargeld werden wir so in Zukunft Herr über unser Eigentum bleiben können.

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