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06.06.2016

11:26 Uhr

Bitkom-Studie

Deutsche verstehen digitales Banking nicht

VonKatharina Schneider

Bankkunden in Deutschland haben viele digitale Angebote rund um die eigenen Finanzen noch nicht ausprobiert. Einige zeigen sich laut einer Studie zumindest interessiert, doch insgesamt ist die Skepsis groß.

Viele Deutsche sind skeptisch gegenüber mobilen Bankangeboten.

Online Banking

Viele Deutsche sind skeptisch gegenüber mobilen Bankangeboten.

FrankfurtBankgeschäfte im Internet erledigen? Das ist für die Mehrheit der deutschen Internetnutzer inzwischen selbstverständlich. 70 Prozent nutzen Online-Banking – vor allem um ihren Kontostand zu prüfen und Überweisungen zu tätigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag veröffentlichte repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom zum „Digital Banking“. In der Bankfiliale lässt sich jeder dritte Online-Banking-Kunde inzwischen gar nicht mehr blicken.

„Häufig ist ein Besuch in einer Bankfiliale nicht mehr nötig“, sagte Bitkom-Vizepräsident Ulrich Dietz. „Selbst Beratungsgespräche können heute schon per Videochat geführt werden, auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten. Diese Angebote müssen noch weiter ausgebaut und bekannter gemacht werden.“ Für die Studie des Bitkom sind 1007 Verbraucher ab 14 Jahren befragte worden, darunter 814 Internetnutzer.

Zahlen zum Mobile Payment

Nutzer

32 Prozent der Smartphone-Nutzer haben bereits kontaktlos bezahlt oder können sich vorstellen, dies zukünftig zu tun.

Sicherheitsbedenken

37 Prozent, derjenigen, die noch nicht kontaktlos bezahlt haben, haben Sicherheitsbedenken und verzichten deshalb auf die Handy-Brieftasche.

Bekanntheitsgrad

36 Prozent derjenigen, die das Verfahren noch nicht genutzt haben, sagen, dass es ihnen bisher nicht bekannt war.

Funktionsweise

30 Prozent wissen nicht genau, wie es funktioniert.

NFC-Smartphone

12 Prozent können nicht sagen, ob ihr Smartphone NFC-fähig ist. Jeder Zehnte erklärt, er habe kein NFC-fähiges Smartphone. Eine Alternative kann jedoch die Verwendung eines QR-Codes sein.

Mangelnde Vorteile

Rund jeder Fünfte aus der Gruppe der Nicht-Nutzer gibt als Grund an, dass er keine Vorteile gegenüber anderen Bezahlverfahren sieht (22 Prozent).

Kompliziertes Verfahren

19 Prozent finden das Verfahren zu kompliziert.

Einsatzmöglichkeit

Etwa jeder Sechste (16 Prozent) sagt, dass noch zu wenige Händler dieses Bezahlverfahren akzeptieren.

Generelles Nein

Vier von zehn Nicht-Nutzern wollen generell nicht mit dem Smartphone bezahlen.

Quelle

Gestiegen ist im Vergleich zum Vorjahr auch der Anteil derjenigen, die Online-Banking über ihr Smartphone erledigen. Aktuell sind es 36 Prozent – 2015 waren es 34 Prozent. In Bezug auf Apps, die helfen, die eigenen Finanzen im Blick zu behalten, sind die Befragten aber noch zurückhaltend. Gerade mal jeder Zehnte hat eine solche App bereits getestet, aber 26 Prozent können es sich künftig vorstellen. Noch geringer sind die Erfahrungen mit Foto-Apps wie etwa der des Fintechs Gini. Damit kann der Kunde eine Rechnung abfotografieren und die Bankdaten per App automatisch in seine Online-Überweisung übertragen lassen. Bloß einer von hundert Befragten hat eine solche App bereits genutzt, 27 Prozent können es sich vorstellen.  

Mehr Erfahrung haben die Befragten mit der Online-Kontoeröffnung: 21 Prozent haben dies schon gemacht und 25 Prozent können es sich vorstellen. Auch bei Versicherungen besteht ein deutliches Interesse am Online-Abschluss. 12 Prozent haben eine Police bereits online abgeschlossen, 22 Prozent können es sich vorstellen. Ebenfalls 22 Prozent können sich auch vorstellen, ihre Versicherungsverträge durch digitale Technologien auf ihr Verhalten zuschneiden zu lassen – so, wie es einige Finanztechnologie-Start-ups aus dem Bereich Insurtech anbieten.

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