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15.07.2015

16:07 Uhr

Blackrock

Investoren ziehen überraschend Gelder ab

Unangenehme Überraschung beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock: Offenbar um Bargeld zu horten haben Anleger im zweiten Quartal mehrere Milliarden Dollar aus Fonds abgezogen. Blackrock gibt sich gelassen.

Beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock haben Kunden überraschend mehrere Milliarden Dollar abgezogen. Reuters

Blackrock

Beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock haben Kunden überraschend mehrere Milliarden Dollar abgezogen.

New YorkÜberraschender Kundenschwund beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock : Im zweiten Quartal zogen die Anleger angesichts der heftigen Ausschläge an den Finanzmärkten unter dem Strich fast 37 Milliarden Dollar ab, wie das erfolgsverwöhnte Investmenthaus am Mittwoch mitteilte.

Betroffen waren vor allem Index-Fonds für Profi-Anleger, mit denen Blackrock nach eigenen Angaben wenig verdient. Ein Teil der Gelder wurde in teurere Fonds umgeschichtet. Das stützte den Gewinn: Der Überschuss kletterte geringfügig auf 819 (Vorjahreszeitraum: 808) Millionen Dollar.

Blackrock gilt in der Branche als Vorbild. Von einer gemeinsamen Plattform aus werden sowohl Indexfonds als auch aktiv gemanagte Investmentfonds angeboten, die alle Anlageklassen abbilden – für Kleinanleger und Profi-Investoren. Die Deutsche Bank baute ihre Vermögensverwaltung nach genau diesem Modell um. Doch das Auf und Ab an den Märkten im Frühjahr verunsicherte auch Blackrock-Kunden.

Die größten Verwalter privater Vermögen

Der Markt für Vermögensverwalter

Der Markt für Verwalter privater Vermögen hat ein Volumen von 20,6 Billionen Dollar.
Die zehn größten Vermögensverwalter beherrschen davon 47 Prozent. Allein die UBS kommt auf einen Marktanteil von 9,9 Prozent.

In diesem Ranking nicht berücksichtigt: Vermögensverwalter, die sich nicht auf vermögende Privatkunden fokussieren, wie Blackrock.

Quelle: Scorpio Partnership

Die dynamischsten Vermögensverwalter

Das schnellste Wachstum unter den Vermögensverwaltern legte die BMO Financial Group aus Kanada hin. Durch Übernahmen wuchs das verwaltete Vermögen um 80 Prozent auf 326,4 Milliarden Dollar.

Unter den Top 10 Vermögensverwaltern wuchs JPMorgan Chase & Co. am schnellsten. Die Amerikanier steigerten das verwaltete Vermögen um 19 Prozent auf 428 Milliarden Euro.

Platz 10

Goldman Sachs, USA
Verwaltetes Vermögen: 363 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 10 Prozent

Platz 9

HSBC, Großbritannien
Verwaltetes Vermögen: 365 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 4,5 Prozent

Platz 8

BNP Paribas, Frankreich
Verwaltetes Vermögen: 371 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 6,2 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 6,3 Prozent

Platz 7

J.P.Morgan Chase & Co., USA
Verwaltetes Vermögen: 428 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 18,6 Prozent

Platz 6

Citi Bank, USA
Verwaltetes Vermögen: 551 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr: Keine Angaben, da die Bank ihre Berechnungsgrundlagen geändert hat.

Platz 5

Royal Bank of Canada, Kanada
Verwaltetes Vermögen: 704 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 4,6 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 13,8 Prozent

Platz 4

Credit Suisse, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 884 Milliarden Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): - 0,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 10,6 Prozent

Platz 3

Bank of America Merill Lynch
Verwaltetes Vermögen: 1,98 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,3 Prozent

Platz 2

Morgan Stanley, USA
Verwaltetes Vermögen: 2,03 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 6,1 Prozent

Platz 1

UBS, Schweiz
Verwaltetes Vermögen: 2,04 Billionen Dollar
Veränderung zum Vorjahr (in US-Dollar): + 3,5 Prozent
Veränderung zum Vorjahr (in lokaler Währung): + 15 Prozent

Quelle: Scorpio Partnership

Die Firma erklärte, einige Großanleger hätten investierte Gelder abgezogen, um mehr Bargeld zu horten. Weil die Investments insgesamt gut liefen, stieg das verwaltete Vermögen dennoch auf 4,7 (4,6) Billionen Dollar. Blackrock-Chef Larry Fink geht davon aus, dass die US-Notenbank die Zinsen im September anhebt. Dann könnten auch festverzinsliche Wertpapiere für die Kunden wieder attraktiver werden.

Von

rtr

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