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13.01.2016

12:39 Uhr

Blankfein gegen Ermotti

UBS wagt in China den großen Sprung

Die UBS wittert auf dem chinesischen Festland ein wachsendes Geschäft. Deshalb wollen die Schweizer ihre Mitarbeiterzahl dort verdoppeln. Das setzt auch den US-Rivalen Goldman Sachs unter Druck.

UBS-Chef Sergio Ermotti sieht Potenzial im chinesischen Markt. 600 Stellen will er auf dem Festland neu schaffen. Reuters

Weitblick wahren

UBS-Chef Sergio Ermotti sieht Potenzial im chinesischen Markt. 600 Stellen will er auf dem Festland neu schaffen.

HongkongIn einem noch nie dagewesenen Ausmaß möchte die UBS in China wachsen: In den nächsten fünf Jahren will die Schweizer Bank 600 neue Leute in China einstellen, hat UBS-Chef Sergio Ermotti in dieser Woche in einem Interview mit Bloomberg erklärt. Der Schritt setzt die Investmentbanker von Goldman Sachs unter Druck. Schließlich ist die UBS auf dem chinesischen Festland das einzige ausländische Institut, das es mit der US-Bank aufnehmen kann.

UBS-Chef Sergio Ermotti hatte sich in dieser Woche von der Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft und den dortigen Turbulenzen am Aktienmarkt relativ unbeeindruckt gezeigt. Bei der Expansion in China gehe es um Geschäftsbereiche von der Vermögensverwaltung bis hin zum Investmentbanking.

UBS und Goldman Sachs sind die beiden einzigen ausländischen Unternehmen, die in China über ihre Wertpapier-Ventures eine volle Palette an Finanzdienstleistungen anbieten können. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber Konkurrenten.

Die chinesische Regierung bemüht sich, Fehlverhalten im Finanzsektor zu beseitigen. Dadurch sind lange Zeit dominante lokale Firmen wie Citic unter Druck geraten. Angesichts dieser Entwicklung, sieht UBS-Chef Ermotti offenbar nun eine seltene Chance, sich Marktanteile einzuverleiben.

Stellenabbau-Pläne europäischer Großbanken

Barclays

Derzeit: 132.300 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 19.000 Stellen bis 2016

Bei Barclays waren zunächst 30.000 Stellen im Gespräch, die wurden jedoch nicht bestätigt. Der Plan sieht vor 19.000 Stellen bis 2016 zu streichen.

Credit Suisse

Derzeit: 140.000 Stellen

Abgebaut werden: 19.000 Stellen

Deutsche Bank

Derzeit: 103.000 (nach geplanter Festeinstellung externer Kräften)

Abgebaut werden: 26.000 Stellen (ein Großteil durch Verkauf der Postbank)

HSBC

Derzeit: 259.834 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 50.000 Stellen bis 2017

Standard Chartered

Derzeit: 84.000 Mitarbeiter

abgebaut werden: 15.000 Stellen

Unicredit

Derzeit: 146.600 Mitarbeiter

Abgebaut werden: 18.200 Stellen, 6.000 davon durch die Abspaltung der Fondsgesellschaft Pioneer und den Verkauf der Ukraine-Tochter

„Die jüngsten Prozesse und Beschwerden auf dem inländischen Broker-Sektor führen wahrscheinlich zu einer Flucht in die Qualität, besonders von klügeren Investoren“, sagt Keith Pogson, Senior-Partner für Finanzdienstleistungen in der Region Asien/Pazifik bei Ernst & Young. „UBS hat sich ganz klar einer allumfänglichen Vorort-Strategie in allen Bereichen des Geschäfts verschrieben.“

Ermottis Expansion würde die Anzahl der UBS-Mitarbeiter auf dem Festland auf rund 1200 steigen lassen. Der New Yorker Konkurrent Goldman Sachs, dessen Chef Lloyd Blankfein ist, beschäftigt in China gerade einmal 350 Mitarbeiter. Das Unternehmen beförderte sechs Banker aus dem Festland-Bereich im vergangenen Jahr in den Rang eines Managing Director. Chairman für die Region Asien/Pazifik ist Mark Schwartz, der von Peking aus arbeitet.

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