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19.04.2011

16:13 Uhr

Börsenbetreiber

Nasdaq legt für Nyse offizielles Angebot vor

Obwohl sich der Betreiber der Wall Street wenig begeistert vom Interesse der heimischen Rivalen zeigte, versuchen die US-Börsen Nasdaq und ICE weiter eine Fusion zu erreichen und wenden sich nun direkt an die Aktionäre.

Die Nyse will mit der Deutschen Börsen zusammengehen, doch die Konkurrenten Nasdaq und ICE geben nicht auf. Quelle: dapd

Die Nyse will mit der Deutschen Börsen zusammengehen, doch die Konkurrenten Nasdaq und ICE geben nicht auf.

New York/FrankfurtDie US-Börsen Nasdaq OMX und die Intercontinental Exchange (ICE) haben sich im Werben um die Nyse Euronext direkt an die Aktionäre gewandt. Ihr Gebot sei besser als das der Deutschen Börse, betonten die beiden US-Marktbetreiber in einer Erklärung am Dienstag. Um die Zweifel der Nyse an dem Gegenangebot zu zerstreuen, seien einige Schritte unternommen worden: Eine Gruppe von Banken habe die Finanzierung von 3,8 Milliarden Dollar verbindlich zugesichert. Auch seien die notwendigen Schritte für den Beginn der Untersuchung durch die US-Kartellbehörden eingereicht worden, auch dem Board der Nyse Euronext sei der Fusionsvorschlag unterbreitet worden.

Außerdem erklärten Nasdaq und ICE, im Falle eines kartellrechtlichen Scheiterns einer Fusion seien sie bereit, 350 Millionen Euro an Strafgebühr zu zahlen. Außerdem sei die Finanzierung des Bargeldanteils ihres Gebots durch ein Bankenkonsortium sichergestellt.

Analysten hatten erklärt, ein Zusammenschluss von NYSE und Nasdaq würde zu größeren Arbeitsplatzverlusten führen. Außerdem waren Befürchtungen aufgekommen, die US-Kartellbehörden könnten die Übernahme ablehnen. Die NYSE erklärte, eine Übernahme durch die Deutsche Börse schaffe einen größeren Wert für die Investoren und sei leichter umzusetzen.

Die Aktie der Nyse Euronext zog daraufhin im vorbörslichen Handel um zwei Prozent an, während das Papier des deutschen Partners nahezu unverändert 0,3 Prozent im Minus notierte.

Die Deutsche Börse und die Nyse wollten sich dazu nicht äußern. Die beiden Marktbetreiber hatten sich Mitte Februar auf einen Zusammenschluss geeinigt, den sich der deutsche Konzern rund 10,2 Milliarden Dollar kosten lassen will. Nasdaq OMX und die ICE wollen den beiden allerdings einen Strich durch die Rechnung machen - sie bieten 11,3 Milliarden Dollar für Nyse.

Der Betreiber der Wall Street hat sich bisher allerdings nicht sehr begeistert von dem Interesse der heimischen Rivalen gezeigt und sich gegen die Avancen gewehrt.

 

Von

rtr

Kommentare (1)

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Vorsorgepower

20.04.2011, 08:44 Uhr

Wenn zwei unterschiedliche Kulturen zusammengehen, kommt es unweigerlich zu Konflikten. GM-Opel ist nur ein Beispiel. Der amerikanische Aktienmarkt ist für den Kleinanleger ausgelegt, denn dieser muss seine Altersvorsorge über die Finanzmärkte organisieren. Europa, inklusive Schweiz ist dagegen konglomeratsfreundlich aufgestellt und zockt den Kleinanleger auf verschiedenste Weise teils mächtig ab. Auch die Aktienkurse sind zu hoch, sodass der Transaktionsspesenanteil bei kleinen Ordergrössen ganz massiv sein kann.

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