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17.02.2011

01:08 Uhr

Börsenfusion gefährdet?

Aktionäre verklagen New Yorker Börse

VonRolf Benders

Im bereits dritten Anlauf versuchen die Deutsche Börse und die New York Stock Exchange (NYSE) eine Fusion zum weltgrößten Marktplatz für Aktien und Derivate. Doch nun klagen Aktionäre der NYSE gegen das Vorhaben.

Die New Yorker Börse an der Wall Street. Quelle: Reuters

Die New Yorker Börse an der Wall Street.

New YorkDie geplante Fusion von Deutscher und New Yorker Börse könnte die Gerichte beschäftigen. Ein Aktionär der New York Stock Exchange (NYSE) hat das Unternehmen verklagt, weil es sich aus seiner Sicht zu schlecht verlauft habe. Das Umtauschverhältnis für die NYSE-Aktionäre sei „völlig inadäquat“ zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg aus der am Mittwoch vor einem Gericht in Delaware eingereichten Klage. Die NYSE sei in der Transaktion schlechter bewertet als andere Konzerne in ähnlichen Deals argumentiert die Klage und verweist auf die Fusion der Londoner Börse (LSE) mit der kanadischen TMX.

In einer anderen Klage, die Investoren beim Supreme Court des Bundesstaates New York einreichten, heißt es: „Die Transaktion bietet keinen wirklichen Mehrwert für die Anteilseigner der NYSE“ und werde „zu einem Verlust der Kontrolle der Firma“ führen.
Die NYSE wollte sich zunächst nicht zu den Klagen äußern.

Die Deutsche Börse und die NYSE Euronext hatten am Dienstag ihre Fusionspläne vorgestellt. Danach werden die NYSE-Aktionäre für jede bisherige Aktie, 0,47 Anteilsscheine an der neuen Firma erhalten. Die Aktionäre des Frankfurter Partners erhalten für jede bisher gehaltene Aktie einen neuen Titel. Dadurch kontrollieren die Anteilseigner der Deutschen Börse am Ende 60 Prozent der neuen Firma.

Wenn die geplante Fusion zwischen den Börsen Frankfurt und New York doch noch platzen sollte, wird das für den Schuldigen teuer. Wie aus den am Mittwoch bei den US-Behörden eingereichten Unterlagen hervorgeht, einigten sich die die beiden Konzerne auf eine Koventionalstrafe von 250 Millionen Euro, sollte sich einer der beiden aus der Transaktion zurückziehen. Sollte ein Dritter mit einem Gegengebot die Transaktion verhindern, muss er also umgerechnet 339 Millionen Dollar an den Partner zahlen, der leer ausgeht.

Am Dienstag hatten die Frankfurter und die New Yorker Börse ihr Zusammengehen angekündigt. Dadurch entstünde der größte Marktplatz für den Handel mit Aktien und Derivaten mit einem Marktwert von 19 Milliarden Euro.

Auf beiden Seiten des Atlantiks stoßen die Pläne auf Skepsis. In Amerika fürchtet man den Ausverkauf der New Yorker Börse als der "Wiege des US-Kapitalismus", in Deutschland geht die Angst um, der Finanzplatz Frankfurt könne geschädigt werden.

Seit Tagen halten sich Spekulationen, die US-Technologiebörse Nasdaq und die Chicagoer Derivatebörse CME könnten gemeinsam ein feindliches Übernahmeangebot für die New Yorker Börse vorlegen. Terry Duffy, Aufsichtsratschef der CME, hatte es allerdings zuletzt als "unrealistisch" bezeichnet, dass man die New Yorker Börse bei einem solchen Deal so zerlegen könne, dass die CME den gewünschten Teil des Geschäftes bekomme.

Kommentare (1)

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17.02.2011, 10:38 Uhr

That the US suffers from an excess of litigation is well known. There is also a surplus of shareholders willing to take a chance and sue companies in the hope of getting some financial gain at the expense of the other shareholders. But when a shareholder announces that he is going to sue NYSE Euronext seeking to block its planned $9.53 billion sale to Deutsche Boerse AG we have sympathy for his motives.
Mergers always carry the risk that one of the two parties is profiting at the expense of the other. It may be the buyer or the seller but as value is not easy to ascertain it is likely that in the majority of the transactions there is a loosing party. All the more reason to prevent managements from taking hasty decisions. Pro-Governance is against all sorts of 'lock-ins' that make it costly for one of the two parties to abandon the deal if their respective shareholders reject the proposal. The voting system should also be adjusted to avoid a narrow group of shareholders to dominate the outcome of any vote. The quorum should be high enough to prevent the buyer from reaping the equivalent of the 'consumer surplus' - the situation where dispirited shareholders that would have held out for a higher-than-agreed buyout price throw in the towel in order to avoid being left with holdings as a (largely disenfranchised) minority shareholder.

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