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08.07.2011

08:10 Uhr

Börsig versus Ackermann

Machtkampf bei der Deutschen Bank geht ins Finale

Die Anzeichen verdichten sich, dass der Aufsichtrat der Deutschen Bank schon an diesem Sonntag über den neuen Vorstandschef entscheidet. Es könnte auch zu einem Wechsel von Josef Ackermann ins Kontrollgremium kommen.

Wer wird sich durchsetzen? Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Clemens Börsig (hinten), oder Vorstandschef Josef Ackermann? Quelle: dapd

Wer wird sich durchsetzen? Der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank, Clemens Börsig (hinten), oder Vorstandschef Josef Ackermann?

BerlinFür Sonntag ist nach Informationen mehrerer Medien ein Geheimtreffen des dreiköpfigen Nominierungsausschusses des Aufsichtsrats angesetzt. Dabei soll über die Nachfolge Josef Ackermanns an der Spitze der Deutschen Bank beraten werden. Wie die "Bild-Zeitung" aus Finanzkreisen in Frankfurt erfuhr, will der amtierende Aufsichtsratschef Clemens Börsig bei einem Geheimtreffen des dreiköpfigen Nominierungsausschusses des Aufsichtsrats sein Personalpaket für die Besetzung der Vorstandsspitze durchsetzen. Auch der Berliner „Tagesspiegel“ berichtet von dem Treffen des Gremiums, dem außer Börsig, das Aufsichtsratsmitglied der Robert Bosch GmbH, Tilman Todenhöfer, und Ex-Bayer-Chef Werner Wenning angehören. Todenhöfer gilt als Börsig-Intimus.

Der Machtkampf um die Führung der größten deutschen Bank geht damit in die entscheidende Phase. Nachdem Vorstandschef Josef Ackermann nach Handelsblatt-Informationen aus dem Umfeld des Schweizers seine Bereitschaft erklärt hatte, den Vorsitz im Aufsichtsrat zu übernehmen, geht mit dem Geheimtreffen nun der amtierende Aufsichtsratschef Clemens Börsig in die Offensive.

Berichte, wonach sich die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bereits für Ackermann als Vorsitzenden des Gremiums entschieden hätten, entbehrten jeder Grundlage, sagte ein Aufsichtsratsmitglied der Zeitung. Börsig solle in dieser Funktion bleiben. „Spiegel-Online“ hatte berichtet, neun von zehn Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat wollten Ackermann an der Spitze des Kontrollgremiums sehen.

Der Chef des Investmentbank-Bereichs der Deutschen Bank, der Inder Anshu Jain, soll demnach gemeinsam mit einem deutschen Vorstandskollegen als Doppelspitze die Bank führen. Wer der Deutsche sein wird, sei noch unklar. Dem „Tagesspiegel“ zufolge soll es der jetzige Deutschland-Chef Jürgen Fitschen sein. Offenbar will Börsig aber notfalls auf Vorschläge anderer Aufsichtsratsmitglieder eingehen und nicht auf seinem Favoriten, Fitschen, bestehen. Gegen Fitschen, der einen makellosen Ruf genieße, gebe es Vorbehalte wegen seines Alters. Mit 62 Jahren würde er von Anfang an als „Übergangslösung“ gelten, habe es in den Kreisen geheißen. Ackermanns Vertrag als Vorstandsvorsitzender läuft noch bis 2013.

Börsig wird vorgeworfen, bei der Suche nach einem Nachfolger für Ackermann gescheitert zu sein. Im Gespräch war zuletzt der frühere Bundesbank-Chef Axel Weber. Als Anfang der Woche bekannt wurde, dass diese Verhandlungen erfolglos waren und Weber einen Vertrag beim Schweizer Konkurrenten UBS unterschrieben hat, verschärfte sich die Kritik an Börsig. Der Riss in der Deutschen Bank geht durch Aufsichtsrat und Vorstand.

Kommentare (1)

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08.07.2011, 11:08 Uhr

anshu jain superstar. willkommen im deutschen neid- und missgunstpool.

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