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13.10.2014

07:21 Uhr

Boni-Sperre

Händler kehren Deutscher Bank den Rücken

Händler in Spitzenpositionen, die Unruhe stiften, werden künftig abgestraft: Die Deutsche Bank plant Boni-Streichungen – und riskiert deshalb nach einem Medienbericht eine Abwanderung von Händlern.

Deutsche Bank: Händler gehen lieber in weniger regulierte Bereiche wie Hedgefonds, berichtet die „Financial Times“. dpa

Deutsche Bank: Händler gehen lieber in weniger regulierte Bereiche wie Hedgefonds, berichtet die „Financial Times“.

BangaloreWegen der Streichung von Boni muss die Deutsche Bank einem Zeitungsbericht zufolge eine Abwanderung von Händlern hinnehmen. Die Bank plane, Händlern in Spitzenpositionen künftig keine Boni und weitere Sondervergütungen mehr zu zahlen, wenn sie „für Unruhe sorgten“ oder nicht teamfähig seien, berichtete die „Financial Times“ am Sonntag.

Daher würden Banker der Deutschen Bank den Rücken kehren und stattdessen in weniger regulierten Bereichen wie etwa bei Hedgefonds anheuern, hieß es weiter. Die Deutsche Bank war zunächst nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen.

Deutschlands größtes Geldhaus ist in eine Reihe von Skandalen verstrickt. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten dürften zum Jahresende bei etwa drei Milliarden Euro liegen, wie der Vorstand mehrfach angedeutet hat. Unter anderem steht noch eine Strafe der angelsächsischen Regulierer wegen Tricksereien bei Referenzzinsen aus.

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Einzelne Händler hatten sich den Ermittlungen zufolge bei Zinsen wie Libor und Euribor abgesprochen, um Handelsgewinne einzustreichen. Wie die „Financial Times“ weiter berichtete, erwägt die britische Großbank Barclays ähnliche Schritte wie der deutsche Konkurrent. Ihr Bonus-System war als einer der entscheidenden Faktoren angeführt worden, die den Libor-Skandal auslösten. Barclays wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Herr Peter Weber

13.10.2014, 08:52 Uhr

Völlig richtig!

Letztendlich kochen die Händler auch nur mit Wasser und nutzen nur die von den Banken zur Verfügung gestellten Möglichkeiten. Zum Großteil werden die Aktionen automatisch vom Computer ausgeführt. Bei den bisher gezahlten Boni müßten sie jeden Tag das Rad neu erfinden!

Wären sie wirklich so genial wie sie bei ihren Boni-Verhandlungen angeben, würden sie nicht mehr als Angestellte arbeiten!

Herr Manfred Zimmer

13.10.2014, 10:58 Uhr

Sie vergessen, dass nicht nur die Händler Boni für ihre erzielten wirtschaftlichen Gewinne erhalten.

Von diesen wirtschaftlichen Gewinnen, die übrigens von den Vorgesetzten als sogenannte Budgetvorgaben definiert werden, partizipieren nicht nur die Händler selbst sondern ein ganzer Rattenschwanz in Folge mit.

Letztlich haben die Händler nicht nur das Ego des eigenen Vorstandes mit üppigem Gehalt sondern auch in dessen Reihe alle anderen Betriebsangehörigen zu bedienenen.

Unterstellen Sie einmal bei Ihren Überlegungen, dass der Vorstand einem Händler etwa das 10fache von dessen Gehalt als Budgetvorgabe gibt. Das ist viel. Und Sie erkennen, was von Händlern alles erwartet wird, damit sie auch nur ein Brotkrümel vom Kuchen abbekommen.

Schauen Sie sich einmal in den Controllingabteilungen der Banken um, die derartige Vorgaben erarbeiten.

Herr Gerhard Achter

13.10.2014, 11:22 Uhr

wenn man sich als langjähriger Aktionär der DB ansieht was diese Bonus-Personen aus der Bank gemacht haben hat man ganz andere Gedanken als den Bonus zu streichen.

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