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11.05.2015

13:32 Uhr

Boston Consulting Group zu Banken-Zukunft

„Kein 'Weiter so' für deutsche Banken“

Die deutschen Banken müssen um ihr Privatkundengeschäft bangen. Laut einer Studie könnten die Erträge in dem Bereich bis 2020 um bis zu ein Viertel fallen. Neue Chancen bieten Start-ups.

Das Privatkundengeschäft könnte einbrechen, prognostiziert eine Studie von Boston Consulting. dpa

Das Privatkundengeschäft könnte einbrechen, prognostiziert eine Studie von Boston Consulting.

FrankfurtDie deutschen Banken müssen sich wegen der Digitalisierung und niedriger Zinsen auf kräftigen Gegenwind einstellen. In den kommenden fünf Jahren werden die Erträge im Privatkundengeschäft laut einer Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) um fünf bis 25 Prozent fallen. BCG erwartet, dass in der Folge auch die Filialkapazitäten um 30 bis 50 Prozent sinken werden. Parallel müssten die deutschen Institute aber auch Geld in die Hand nehmen, um in digitale Projekte zu investieren, sagte Rüdiger Filbry, der oberste Bankenberater von BCG in Deutschland, am Montag in Frankfurt. „Einfach nur ein weiteres Kostensparprogramm wird an dieser Stelle nicht helfen. Es gibt kein 'Weiter so' für deutsche Banken.“ Denkbar sei beispielsweise, dass Banken enger mit Finanz-Start-ups aus der Internetwelt (FinTechs) zusammenarbeiten.

Da immer mehr Menschen Bankgeschäfte im Internet erledigen, streichen hierzulande unter anderem die HypoVereinsbank und die Deutsche Bank ihre Filialnetze zusammen. BCG-Berater Filbry fordert, dass sich Geldhäuser künftig an Industriekonzerne wie BMW orientieren, die permanent nach Einsparmöglichkeiten suchten. „Dort ist Effizienz Teil der DNA.“ Die deutschen Großbanken hinken hier laut Filbry deutlich hinterher. 2014 hätten bei ihnen knapp zehn Milliarden Euro gefehlt, um ihre Kapitalkosten zu verdienen.

So sparen die Deutschen

Der Durchschnitt

Ich spare regelmäßig: 64 Prozent
gelegentlich: 26 Prozent
gar nicht: 9 Prozent
keine Angabe: 1 Prozent
Quelle: Forsa-Umfrage „Sparerkompass 2015“

Nach Geschlecht

Regelmäßige Sparer:

Männer: 65 Prozent
Frauen: 62 Prozent

Gelegentliche Sparer:
Männer: 22 Prozent
Frauen: 30 Prozent

Nicht-Sparer:
Männer: 11 Prozent
Frauen: 7 Prozent

Nach Alter

Regelmäßige Sparer:

18-29 Jahre: 63 Prozent
30-39 Jahre: 68 Prozent
40-49 Jahre: 62 Prozent
50-59 Jahre: 62 Prozent
60-69 Jahre: 65 Prozent

Nach Familienstand

Regelmäßige Sparer:
Mit einem Partner lebend: 68 Prozent
Allein lebend: 56 Prozent

Gelegentliche Sparer:
Mit einem Partner lebend: 24 Prozent
Allein lebend: 31 Prozent

Nicht-Sparer:
Mit einem Partner lebend: 8 Prozent
Allein lebend: 11 Prozent

Nach Erwerbstätigkeit

Regelmäßige Sparer:
Erwerbstätig: 68 Prozent
Arbeiter: 66 Prozent
Angestellte: 71 Prozent
Beamte: 69 Prozent
Selbständig: 74 Prozent
Nicht erwerbstätig: 57 Prozent
Hausfrau: 65 Prozent
Rentner: 73 Prozent
Schüler/Student: 42 Prozent
Arbeitslos: 16 Prozent

Nach Ortsgröße

Regelmäßige Sparer:
Unter 20.000 Einwohner: 67 Prozent
20.000 bis 100.000 Einwohner: 64 Prozent
100.000 bis 500.000 Einwohner: 71 Prozent
500.000 Einwohner und mehr: 50 Prozent

Nach Bundesländern

Regelmäßige Sparer:
Berlin: 45 Prozent
Sachsen: 47 Prozent
Brandenburg: 53 Prozent
Niedersachsen: 53 Prozent
Mecklenburg-Vorpommern: 56 Prozent
Hamburg: 61 Prozent
Schleswig-Holstein: 61 Prozent
Saarland: 65 Prozent
Sachsen-Anhalt: 66 Prozent
Baden-Württemberg: 66 Prozent
Hessen: 67 Prozent
Thüringen: 67 Prozent
Bremen: 68 Prozent
NRW: 68 Prozent
Rheinland-Pfalz: 68 Prozent
Bayern: 74 Prozent

Nach Summen

So viel spart der Durchschnittsdeutsche pro Monat:
Weniger als 50 Euro: 10 Prozent
50 bis unter 100 Euro: 22 Prozent
100 bis unter 200 Euro: 25 Prozent
200 bis unter 300 Euro: 15 Prozent
300 bis unter 400 Euro: 9 Prozent
400 bis unter 500 Euro: 5 Prozent
500 Euro und mehr: 10 Prozent

Von

rtr

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