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28.08.2012

18:10 Uhr

Botschaftertreffen

Solo für Anshu Jain

VonSven Prange

Der Deutsche-Bank-Chef hat sich in Berlin Deutschlands Chefdiplomaten vorgestellt. Anshu Jain wurde empfangen wie ein Staatsgast und ein wenig Diplomatie färbte auf ihn ab – aber wirklich nur ein wenig.

Ein gut gelaunter Anshu Jain beim Botschaftertreffen in Berlin. Reuters

Ein gut gelaunter Anshu Jain beim Botschaftertreffen in Berlin.

BerlinAls dem Mann, auf den hier im Weltsaal des Auswärtigen Amtes alle gewartet haben, die Frage zu allgemein wird, versucht er es mit einem Witz: "Ohne wären wir hier doch alle arbeitslos", sagt Anshu Jain auf die Frage nach der Bedeutung der Globalisierung – und schaut in die Gesichter von Bundesaußenminister Guido Westerwelle und 250 deutschen Diplomaten. Der erste lacht, der zweite lacht, alle klatschen. Anshu Jain ist angekommen.

Mit einer Mischung aus Humor, Charme und offensiver Demut hat sich der Chef der Deutschen Bank heute einer ersten größeren politischen Öffentlichkeit in Berlin vorgestellt. Es war ein Auftritt, mit dem der Mann, der seit Mai zusammen mit Jürgen Fitschen Deutschlands größtes Finanzinstitut führt, der Politik in seinem Heimatland signalisierte: Hier bin ich, ich komm Euch entgegen – wenn auch ihr mir entgegen kommt. Es war der große Auftritt eines Händlers auf der diplomatischen Bühne.

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Auf Co-Chef Anshu Jain warten nun einige unangenehme Fragen.

Der Empfang gerät wie bei einem Staatsakt. Wie sonst an gleicher Stelle Außenminister oder Staatsoberhäupter wird Anshu Jain am Dienstag im Weltsaal des Auswärtigen Amtes angekündigt. Während des diesjährigen Botschaftertreffens aller deutscher Diplomaten soll sich auch Jain dort verstellen. Und bekommt die ganz große Bühne. Eine Stunde lang plaudert Jain zusammen mit Westerwelle vor Diplomaten und Wirtschaftsvertretern.

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Anshu Jain - Ein Mann mit Macht

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Für ihn ist das wichtig. Sein neuer Cheflobbyist in Berlin, der ehemalige deutsche Botschafter in Indien, Thomas Matussek, soll ihm den Auftritt besorgt haben, heißt es in Frankfurt. Jain will damit auch Gerüchten entgegentreten, sein Co-Vorsitzender Jürgen Fitschen dürfe die politische Bühne in Deutschland bespielen, er selbst repräsentiere im Ausland.

Jain gibt sich zurückhaltend, aber entschieden. Smart Boy trifft alte Politik. Er nimmt ein wenig Schuld für die Finanzkrise auf die Finanzindustrie, lobt den Standort Deutschland, bekennt sich zu Deutschland als Heimat der Deutschen Bank – und räumt doch keinen seiner Standpunkte. Die Finanzkrise hätten nicht nur die Banken verschuldet, manchmal wäre etwas mehr finanzieller und ökonomischer Sachverstand in der Politik hilfreich.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

28.08.2012, 22:25 Uhr

Das ist einer der Kriminellen, die Europa in die Krise drücken. Abzocken, betrügen und wetten - das ist seine Handschrift.

der-oekonomiker

28.08.2012, 23:13 Uhr

Ein Mann der einer pleite-Bank vorsteht, die demnächst eine Vergemeinschaftung ihrer Schulden verlangt, wird mit allen Ehren empfangen. Was sage ich, er wird gefeiert. Unerträglich. Das ist einer der Leute, die mit höchster krimineller Energie die Menschheit ausbeuten, mit ihren Spekulationen, u. a. mit Nahrungsmitteln, den Tod vieler menschen zu verantworten haben. Das ist 2012 die Realität. Was ist aus den Versprechungen der politiker geworden, die in den Monaten nach der Lehman-Pleite versprochen haben, die Finanzindustrie zu regulieren, sie zu überwachen und die Spekulationen einzuschränken: NICHTS. Schall und Rauch. Sie sind zu Bütteln der Leute geworden, die immer nur weiter betrügen und für immer neue Skandale sorgen. In Europa werrden sie angeführt von der Kaltmamsell des Kapitals (Urban Priol), Angela Merkel. Deren Aufgabe ist es, für eine marktkonforme Demokratie zu sorgen, in der das Geld endgültig die Welt regiert. Ein Desaster: http://der-oekonomiker.blogspot.com/2012/07/stanpunkt-291-derivate-desaster.html

Account gelöscht!

28.08.2012, 23:43 Uhr

Wäre besser wenn jeder der hier einen Kommentar abgibt auch seinen Namen und Beruf angibt, dann würde auch nicht soviel Müll geschrieben.

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