Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.09.2011

15:39 Uhr

Branchenverband warnt

Öffentliche Banken fürchten zu viel Europa

Der Verband der öffentlichen Geldhäuser warnt vor zu viel Aufsicht und Regulierung auf EU-Ebene. Regionale Besonderheiten wie das deutsche Drei-Säulen-Modell gingen unter, wenn die EU-Aufsicht weiter ermächtigt werde.

Das Gebäude der DZ Bank, des Spitzeninstituts für den Genossenschaftssektor in Frankfurt. dpa

Das Gebäude der DZ Bank, des Spitzeninstituts für den Genossenschaftssektor in Frankfurt.

FrankfurtDie öffentlichen Banken schlagen Alarm: Sie fürchten, dass die EU und die europäische Aufsichtsbehörde EBA künftig direkt auf dem Bankenmarkt durchgreifen und nationale Besonderheiten nicht mehr berücksichtigt werden. „Sollte sich die EU-Kommission mit ihren Vorschlägen zur Umsetzung von Basel III durchsetzen, wird ein ganzes Rechtsgebiet vollständig europäisiert“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Öffentlicher Banken (VÖB), Hans Reckers, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Das deutsche Kreditwesengesetz würde in wesentlichen Teile aus Kraft gesetzt, fürchtet der frühere Bundesbank-Vorstand.

Chefs von Notenbanken und Aufsichtsbehörden aus 27 Ländern hatten sich nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers auf strengere Kapitalregeln für Banken (“Basel III“) geeinigt. Diese müssen jetzt umgesetzt werden, was auf immer mehr Widerstand aus der Bankenbranche sowohl in Europa als auch den USA trifft. „Stärkere Eigenkapitalanforderungen an Banken sind die richtige Folgerung aus der Krise, es sollten aber deutsche Besonderheiten beispielsweise das Drei-Säulen-Modell aus Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken berücksichtigt werden“, sagte Reckers. Das werde künftig kaum noch möglich sein.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×