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20.05.2011

15:39 Uhr

Brandbrief

WestLB-Chef Voigtländer schlägt Alarm

Der Stichtag für ein WestLB-Konzept naht, und Bankchef Voigtländer verliert die Geduld. Viele Fragen seien ungelöst, warnt er in einem Brandbrief - und meint vor allem die Sparkassen. Es drohten unabsehbare Folgen.

WestLB-Zentrale in Düsseldorf: Haben die Sparkassen ihre Hausaufgaben nicht gemacht? Quelle: dpa

WestLB-Zentrale in Düsseldorf: Haben die Sparkassen ihre Hausaufgaben nicht gemacht?

DüsseldorfWestLB-Chef Dietrich Voigtländer schlägt wegen zahlreicher ungelöster Fragen bei der geplanten Aufspaltung der drittgrößten deutschen Landesbank Alarm. Zentrale Punkte der von der EU-Kommission geforderten Aufspaltung der Bank seien noch immer ungelöst, kritisierte Voigtländer in einem der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorliegenden Brief an Sparkassenfunktionäre und Mitglieder des mächtigen WestLB-Lenkungsausschusses.

Vor allem die Sparkassen hätten ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht. Ändere sich dies nicht, drohten unabsehbare Folgen auch für die Sparkassenfinanzgruppe und den Finanzmarkt. Denn dann könnte die EU-Kommission das Aus für das einstige Flaggschiff der Landesbanken mit rund 4700 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von knapp 200 Milliarden Euro verkünden.

Die Bank und ihre Eigner stehen im Ringen um eine Lösung unter hohem Zeitdruck: In spätestens sechs Wochen muss ein Gesamtkonzept für die WestLB auf dem Tisch der EU-Kommission liegen. Ein Sprecher des Sparkassenverbands DSGV betonte: Es seien noch "einzelne Fragen" offen, die derzeit abgearbeitet würden. Dabei liege man aber "voll im Plan".
Der WestLB-Vorstand arbeitet seit kurzem am Verkauf von Teilbereichen, nachdem ein Komplettverkauf der Bank vom Tisch ist. Voigtländers Schreiben stieß bei den Eignern auch auf Kritik: "Wer als letzter in den Zug einsteigt, sitzt nicht im Führerhaus", hieß es in Sparkassenkreisen. Eine an den Verhandlungen beteiligte Person forderte, "alle Beteiligten sollten sich auf den Hosenboden setzen und die Auflagen der EU-Kommission abarbeiten, anstatt halböffentliche Hahnenkämpfe zu führen". Eigentümer und Management müssten sich fragen, ob sie "durch ihr Verhalten den Interessen der Bank und der Mitarbeiter hinreichend dienen".

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