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22.01.2010

21:28 Uhr

Brasilien

Per Fusion in die Weltelite

VonAlexander Busch

Itaú Unibanco hat sich eine marktführende Stellung in Südamerika aufgebaut. Doch das ist nur der Anfang. Jetzt sucht sie weltweit nach Einstiegsmöglichkeiten. Die größte brasilianische Privatbank nutzt die Nachwehen der globalen Bankenkrise für den Aufstieg zur weltweiten präsenten Großbank.

Roberto Setúbal, Itaú Unibanco-CEO: Als 39-Jähriger übernahm er die Bank, die 2009 als Bank des Jahres in Nord- und Südamerika ausgezeichnet wurde. Reuters

Roberto Setúbal, Itaú Unibanco-CEO: Als 39-Jähriger übernahm er die Bank, die 2009 als Bank des Jahres in Nord- und Südamerika ausgezeichnet wurde.

SÁO PAULO. Der erste Börsentag dieses Jahres in London begann mit einer Überraschung: Die Aktien der Royal Bank of Scotland (RBS), deren Mehrheit inzwischen dem britischen Staat gehört, legten um fast zehn Prozent zu. Der Grund für den Kurssprung: Es kursierten Gerüchte, dass die brasilianische Großbank Itaú Unibanco Anteile der RBS übernehmen wolle. "Natürlich beobachten wir Einstiegsmöglichkeiten. Nicht nur in England, auch in den USA und sonst weltweit", kommentierte Pedro Malan die Gerüchte. Der ehemalige Finanzminister Brasiliens sitzt heute im Board von Itaú Unibanco zuständig für die Auslandsstrategie. Lässig, als sei es völlig normal, dass eine brasilianische Bank überlegt, in Großbritannien einzusteigen, fügte er hinzu: "Aber wir haben keine Eile. Im Gegenteil, wir können uns Zeit lassen."

Was die meisten Analysten bereits bei der Fusion der beiden brasilianischen Großbanken Itaú und Unibanco im November 2008 vorhergesagt hatten, scheint einzutreffen: Die größte brasilianische Privatbank nutzt die Nachwehen der weltweiten Bankenkrise für den Aufstieg zur weltweit präsenten Großbank. Dazu passt auch die Ankündigung letzte Woche, ihr InvestmentBanking in New York massiv auszubauen. "Wir wollen ein globales Haus werden mit brasilianischen Genen", sagt Christian Egan, der gerade von der Konkurrenz abgeworbene 35-jährige Präsident von Itaú Securities.

Bereits jetzt hat Itaú Unibanco sich mit einer Marktkapitalisierung von rund 100 Mrd. Dollar unter das erste Dutzend der größten Banken weltweit hochgearbeitet. Auf der Rangliste der wichtigsten börsengeführten Konzerne vom Consultingunternehmen Ernst & Young stehen die Brasilianer sogar einen Platz vor Goldman Sachs. "Itaú Unibanco ist einer der globalen Gewinner der Finanzkrise", sagt Mark Rosen von Credit Suisse. Die Fachzeitschrift "The Banker" kürte die Itaú Unibanco zur Bank des Jahres 2009 in Nord- und Südamerika.

Den Aufstieg in die Spitzengruppe der Banken weltweit, verdankt die Itáu Unibanco vor allem der geglückten Fusion zwischen Unibanco - der Nummer 6 in Brasilien - und Itaú, der damaligen Nummer 2 im November 2008. Ein Überraschungscoup von dem nicht einmal alle Vorstände der Banken etwas wussten: Bis zur Verkündung gelang es den alleine verhandelnden Präsidenten und den Miteigentümern der beiden Banken, die Verhandlungen geheim zu halten.

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