Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.07.2017

18:05 Uhr

Brexit-Folgen

Banken verlieren Geduld mit britischer Regierung

Welche Bedingungen gelten nun nach dem Brexit? Banken verlangen Klarheit – und verlagern Jobs in die verbleibenden EU-Länder. Für eine Übergangslösung der Regierung mit der EU sei es wohl schon zu spät, so Top-Manager.

Die Bank of England hatte den Banken eine Frist bis Freitag gesetzt, um ihre Brexit-Pläne mitzuteilen. Reuters

Bank of England

Die Bank of England hatte den Banken eine Frist bis Freitag gesetzt, um ihre Brexit-Pläne mitzuteilen.

FrankfurtBanken in Großbritannien bemängeln fehlende Klarheit über die Rahmenbedingungen nach dem Brexit und verlagern Jobs in die verbleibenden 27 EU-Länder. Top-Manager von fünf der größten Banken in London sagten, der britischen Regierung laufe die Zeit davon. Nach dem geplanten EU-Austritt Großbritanniens brauchen in London ansässige Finanzinstitute eine eigene Gesellschaft mit Banklizenz in einem Land der Europäischen Union, um ihre Produkte und Dienstleistungen in den verbleibenden 27 Mitgliedstaaten vertreiben zu dürfen. Selbst wenn die Regierung jetzt eine Übergangslösung mit der EU vereinbare, sei es wohl zu spät, um einen Abzug von Jobs aus der City zu verhindern, sagten die Top-Manager.

„Es wurde viel geredet, aber nicht gehandelt“, sagte James Bardrick, Großbritannien-Chef der US-Großbank Citigroup. „Jeden Tag kommen Leute in mein Büro und sagen, dass ich den Startknopf für den Brexit-Umzug drücken soll“, sagte der Verwaltungsratschef einer der größten britischen Banken. Zum Ende des Sommers müsse er wohl grünes Licht geben.

Die Banken befürchten, dass die EU und Großbritannien sich allenfalls zum Ende der Brexit-Verhandlungen auf Übergangsregelungen für die Finanzindustrie einigen. Doch die Geldhäuser brauchen jetzt Klarheit, da es bis zu 18 Monate dauern kann, um die nötigen Banklizenzen zu erhalten, Büros anzumieten und Beschäftigte zu entsenden. Großbritannien will Ende März 2019 aus der EU austreten.

Banken in Großbritannien: Geldinstitute müssen Brexit-Pläne vorlegen

Banken in Großbritannien

Geldinstitute müssen Brexit-Pläne vorlegen

Knapp 13 Monate hatten Geldinstitute am Finanzplatz London Zeit, sich Gedanken zu machen, wie sie auf den geplanten EU-Austritt der Briten reagieren. Nun müssen die Geldhäuser der Bank of England ihre Pläne darlegen.

Die Bank of England hatte den Banken eine Frist bis Freitag gesetzt, um ihre Brexit-Pläne mitzuteilen. Zahlreiche Institute haben in den vergangenen Wochen ihre Vorbereitungen bereits publik gemacht, weitere dürften folgen. Die britische Großbank Barclays will ihren Standort in Dublin ausbauen. Sie spreche mit den Aufsichtsbehörden, um ihre Produkte auch künftig in den verbleibenden 27 EU-Länder anbieten zu können, wie sie am Freitag ankündigte. In der irischen Hauptstadt hat das Institut bereits eine Tochter mit Banklizenz, die bislang aber nur bestimmte Produkte anbieten darf. Die Barclays Bank Ireland zählt rund 100 Beschäftigte.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×