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24.07.2017

18:33 Uhr

Brexit-Folgen

Deutsche Bank könnte ein Fünftel der Bilanz verlagern

VonYasmin Osman

Wegen des Brexits will die Deutsche Bank nicht nur viele Mitarbeiter von London nach Frankfurt bewegen, sondern auch erhebliche Teile ihrer Bilanz. Denn große Teile des Handelsgeschäfts sollen künftig am Main gebucht werden.

Die Verlagerung großer Handelsbereiche zieht auch die Verschiebung großer Bilanzvolumina nach sich. Reuters

Aufräumarbeiten vor der Deutschen Bank in London

Die Verlagerung großer Handelsbereiche zieht auch die Verschiebung großer Bilanzvolumina nach sich.

FrankfurtDer Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union zieht große Verschiebungen bei der Deutschen Bank nach sich: Das Kreditinstitut will künftig das Gros seiner Handelsgeschäfte in Frankfurt und nicht mehr in London buchen. Die Bank plant ein neues Buchungszentrum für den Wertpapierhandel in Frankfurt, in dem große Teile des Europageschäfts mit Firmenkunden abgewickelt werden sollen. Nun sickert durch, welche Auswirkungen das auf die Bilanz haben könnte: Handels- und Vermögenswerte im Volumen vom 300 Milliarden Euro könnten dadurch von London nach Frankfurt wandern, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Das entspräche etwa einem Fünftel der Konzernbilanz der Deutschen Bank, die sich zu dem Bericht nicht äußern wollte. Ein Kenner der Bank bezeichnete die Größenordnung als realistisch.

Die Bank könnte ihre Kunden danach ab September über den anstehenden Umzug informieren. Umgesetzt werden könnte Projekt „Bowline“ ein Jahr später. Die Bilanzverlagerungen ließen sich dann innerhalb von sechs Monaten bis März 2019 abschließen.

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Die harten Brexit-Pläne der Deutschen Bank sorgen in London seit Tagen für Unruhe und Ärger. Per Videobotschaft hatte Vorstandschef John Cryan kürzlich deutlich gemacht, dass sich das Kreditinstitut auf einen harten Brexit vorbereitet und der Umzug vieler Aufgaben und Mitarbeiter unvermeidlich sein dürfte. Das neue Buchungszentrum soll danach zwischen 18.000 und 20.000 Kundenkonten betreuen. Auch die damit verbundenen Überwachungs- und Kontrollaufgaben sollen künftig in Deutschland erledigt werden. Händler und Kundenbetreuer, die in London für Klienten auf dem Kontinent tätig sind, könnten dezentral in den jeweiligen Ländern eingesetzt werden.

Konkrete Zahlen, was das für die Mitarbeiter heißen könnte, hatte die für Regulierungsthemen zuständige Vorständin Sylvie Matherat Ende April angedeutet. Sie hält die Verlagerung von bis zu 4.000 Mitarbeitern denkbar, wenn die Kunden nicht nur von der Europäischen Union aus betreut, sondern ihre Transaktionen auch künftig in der EU, und damit Frankfurt, verbucht werden sollen. In Großbritannien beschäftigt die Bank bislang knapp 9.000 Menschen.

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