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05.10.2016

17:14 Uhr

Brexit-Folgen

Die Kosten der Härte

VonKatharina Slodczyk

Eine radikale Abkehr von der EU könnte die britische Finanzbranche sehr teuer zu stehen kommen. Wie viele Jobs schlimmstenfalls wegfallen und welche Steuereinnahmen dem Staat verloren gehen, verrät eine Studie.

Wie viele Arbeitsplätze wird der Brexit die Briten kosten? AFP; Files; Francois Guillot

Oxford Street in London

Wie viele Arbeitsplätze wird der Brexit die Briten kosten?

LondonSie bitten, drängen und beschwören. Seit dem Brexit-Referendum versucht die britische Finanzbranche sich vor allem mit einer Forderung bei der neuen Regierung Gehör zu verschaffen: Man möge doch bitte den Zugang zum europäischen Binnenmarkt behalten, ansonsten habe das massive Konsequenzen für Banken, Vermögensverwalter und einige ihrer Dienstleister. Heute legt die Branche eine Studie nach, um ihren Argumenten mehr Gewicht zu geben.

Demnach könnte eine radikale Abkehr von EU, der sogenannte harte Brexit, bis zu 75.000 Arbeitsplätze bei Banken, Vermögensverwaltern und ihren Dienstleistern kosten, die Umsätze des Sektors um 40 Milliarden Pfund (45 Milliarden Euro) schrumpfen und die Steuereinnahmen um zehn Milliarden Pfund senken. Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungsgesellschaft Oliver Wyman im Auftrag der britischen Lobbyvereinigung des Finanzsektors, City UK, Medienberichten zufolge.

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Der B-Day rückt näher: Premierministerin Theresa May will die offiziellen Brexit-Gespräche mit der EU bis Ende März in Gang zu setzen. Wichtige Fragen bleiben offen, doch die britischen Aktienkurse klettern nach oben.

Sollte die Regierung sich mit Brüssel auf einen eher verhaltenen Brexit einigen können, der vieles unverändert lässt, würde das den Staat nur etwa 500 Millionen Pfund weniger an Steuern einbringen und 4.000 Jobs kosten. Die britische Finanzbranche setzt jährlich 205 Milliarden Pfund um, bringt der Regierung derzeit Steuereinnahmen in Höhe von 67 Milliarden Pfund pro Jahr und beschäftigt mehr als eine Million Menschen.

Großbritanniens Premierministerin Theresa May hat am Wochenende in einer wichtigen Rede beim Parteitag der konservativen angedeutet, dass sie einem harten Brexit den Vorzug geben würde. Sie ist offenbar bereit den vollen Zugang zum Binnenmarkt zu opfern, um die Einwanderung kontrollieren zu können. Sie will mit den formalen Austrittsgesprächen mit Brüssel bis Ende März 2017 beginnen.

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Die Aussicht auf einen „harten Brexit“ lässt das britische Pfund taumeln, die Währung ist auf den tiefsten Stand seit 1985 gefallen. Es ist ein Vorgeschmack auf die Turbulenzen, die noch kommen dürften.

Die Bankenbranche hat bereits vor einigen Monaten mit Vorbereitungen begonnen, um auf einen Brexit reagieren zu können. Vor allem der Verlust der sogenannten Passporting-Rechte würde dazu führen, dass die Geldhäuser einen Teil ihres Geschäfts und ihrer Mitarbeiter verlagern müssen. Die Passporting-Rechte erlauben es Banken und anderen Unternehmen, von London aus Geschäfte auf dem Kontinent machen.

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