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27.06.2016

13:16 Uhr

Brexit-Schock

Keine Gnade für europäische Banken

Der von britischen Wählern befürwortete „Brexit“ ist ein Debakel vor allem für europäische Banken. Ihre Aktien kollabieren, Analysten senken die Gewinnerwartungen. Der Handel wird teilweise ausgesetzt.

Nach dem Brexit

Flammt die Eurokrise wieder auf - Steht die EU vor dem Fall?

Nach dem Brexit: Flammt die Eurokrise wieder auf - Steht die EU vor dem Fall?

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Düsseldorf/LondonAn der britischen Börse ist am Montag der Handel mit mehreren Aktien ausgesetzt worden. Kursstürze vor allem bei Bankaktien lösten Sicherheitsmechanismen der Handelssysteme aus, nach Wiederaufnahme rutschte das Papier der Großbank Barclays um mehr als 18 Prozent ab, die Royal Bank of Scotland gab um mehr als 22 Prozent nach.

Die Unsicherheit nach dem EU-Referendum in Großbritannien erfasst den breiten Aktienmarkt und das Pfund, doch vor allem Finanztitel leiden. Analysten senken die Gewinnerwartungen für große Investmenthäuser. Sie sorgen sich, dass wichtige große Firmenübernahmen abgeblasen werden könnten und das Wertpapiergeschäft leiden dürfte – auch wenn die Belebung im Zuge der Brexit-Krise in manchen Bereichen des Handels zu Umsatzzuwächsen führen könnte.

Größte Banken im Devisenhandel (2016)

Platz 10

Morgan Stanley

2016: Rang 10

2015: Rang 13

Quelle: Euromoney, Mai 2016

Platz 9

XTX Markets

2016: Rang 9

2015: nicht im Ranking vertreten

Platz 8

HSBC

2016: Rang 8

2015: Rang 7

Platz 7

Goldman Sachs

2016: Rang 7

2015: Rang 9

Platz 6

Barclays

2016: Rang 6

2015: Rang 3

Platz 5

Bank of America Merrill Lynch

2016: Rang 5

2015: Rang 6

Platz 4

Deutsche Bank

2016: Rang 4

2015: Rang 2

Platz 2

JP Morgan

2016: Rang 3

2015: Rang 4

Platz 3

UBS

2016: Rang 2

2015: Rang 5

Platz 1

Citigroup

2016: Rang 1

2015: Rang 1

Einnahmen aus einzelnen Geschäftsbereichen werden höchstwahrscheinlich „einbrechen“ und bei europäischen Banken um mehr als 30 Prozent zurückgehen, prophezeit Chirantan Barua, Analyst bei Sanford C. Bernstein. Analysten von Citigroup und JP Morgan senkten ebenfalls ihre Erwartungen an Einnahmen aus Wertpapieremissionen in Großbritannien und Europa.

„Keiner weiß etwas mit dem Ergebnis des Brexit-Referendums anzufangen“, sagte ein Börsianer. „Schließlich ist es schwer zu beurteilen, was das für die Wirtschaft bedeutet. Es wird turbulent bleiben und eher abwärts gehen.“

Aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen des Brexit flüchten Anleger aus europäischen Finanzwerten. Ihre Verkäufe drückten die Aktien einiger Institute wie Deutsche Bank oder der HVB-Mutter Unicredit auf Rekordtiefs. Der europäische Banken-Index, der am Freitag mit einem Minus von knapp 15 Prozent den größten Tagesverlust seiner Geschichte eingefahren hatte, fiel am Montag um weitere sieben Prozent auf ein Vier-Jahres-Tief von 119,66 Punkten.

Kommentare (45)

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Lothar dM

27.06.2016, 13:53 Uhr

Einzelne Titel, von denen vorher auch zu erwarten war, dass sie bei einem Brexit leiden werden, fallen ab. Von einem breiten Marktchaos kann dagegen keine Rede sein, das mal wieder die typische Angstmacherei der EUrokraten. Statt einen Plan hat Brüssel mal wieder nichts als Angstmacherei, Drohungen und Nebensächliches zu bieten, peinlich.

Allein dass der senile wirkende Juncker noch im Amt ist, ebenso wie sein Wadenbeisser Schuuulz, sagt alles über die EU in ihrem jetzigen Zustand.

Statt zu lernen aus dem Brexit, will Brüssel nun den EUR schnell auf alle EU Staaten ausrollen, sorry, die haben den Schuss nicht gehört. Die totale Verarmung Europas wird die Folge sein. Und ganz wichtig: Ohne Volksvotum wird eine integrierte EU niemals funktionieren. Und dieses positive Votum ist keinesfalls absehbar.

Herr Ulrich Lehmenkmühler

27.06.2016, 13:53 Uhr

...jetzt sollte auch noch über die Abschaffung der Monarchie abgestimmt werden!!

Rainer von Horn

27.06.2016, 14:03 Uhr

"Vorwärts immer, rückwärts nimmer!"

Genau das ist die Reaktion, die ich aus dem politischen Establishment erwarte. Statt einen Gang zurückzuschalten, wird man nun ganz schnell versuchen, Nägel mit Köpfen zu machen und die politische Union DURCHJZUDRÜCKEN, wahrscheinlich mit Frankreich als permanentem Hauptvorsitz, denn die Franzosen werden ihre Souveränität genauso wenig abgeben, wie die Engländer. Nach dem Motto, schnell noch ins Ziel, bevor es zu spät ist. Denn zu spät könnte es nach den Wahlen 2017 in Frankreich sein. Weitere Referenda müssen unbedingt vermieden werden.

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