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13.12.2011

10:32 Uhr

Britische Bankaufseher

Härtere Strafen für Bankmanager?

VonMichael Maisch

Den Zusammenbruch der Royal Bank of Scotland bezahlte der Steuerzahler. Künftig sollen auch die Banker für ihre Fehler schneller haften.

Der Präsident der britischen Finanzaufsicht FSA: Adair Turner. ap

Der Präsident der britischen Finanzaufsicht FSA: Adair Turner.

LondonMitte Oktober 2008 war die Royal Bank of Scotland (RBS) nur noch wenige Stunden von der Zahlungsunfähigkeit entfernt. Dem damaligen Premierminister Gordon Brown blieb nichts anderes übrig als das zweitgrößte Geldhaus auf der Insel in einer Hauruck-Aktion zu verstaatlichen. 45 Milliarden Pfund kostete das die Steuerzahler des Königreichs, mehr als jede andere Bankenrettung während der Finanzkrise.

Gestern legte die Londoner Finanzaufsicht FSA nun ihren mit Spannung erwarteten rund 500 Seiten dicken Bericht zum wohl größten Desaster der jüngeren britischen Wirtschaftsgeschichte vor. Wichtigste Schlussfolgerung der Aufseher: In Zukunft sollten Manager gescheiterter Banken sehr schnell ihre Posten verlieren, hohe Strafen bezahlen und aus der Finanzbranche verbannt werden können.

„Die Menschen wollen wissen, warum die RBS gescheitert ist und warum niemand dafür bestraft wurde“, betont FSA-Chairman Adair Turner. „Wenn man nach den geltenden Gesetzen nicht gegen einzelne Personen vorgehen kann, dann stellt sich die Frage, ob man diese Regeln in Zukunft nicht ändern sollte.“

Der Aufsichtschef räumt ein, dass eine Bestrafung von Bankern für Managementfehler „komplexe rechtliche Fragen“ aufwirft. Aber er glaubt auch, dass es „gute Argumente für neue Regeln gibt, die sicherstellen, dass Bank-Vorstände und Aufsichtsräte mehr Interesse daran haben, einen Kollaps ihrer Institute zu vermeiden“. Seine Forderung begründet Turner mit der Tatsache, dass sich Banken in einem wesentlichen Punkt von anderen Unternehmen unterscheiden.

Das Scheitern eines Geldhauses betreffe nicht nur die Aktionäre, sondern die gesamte Wirtschaft. Deshalb sollten beispielsweise größere Übernahmen in der Finanzbranche künftig von der Aufsicht abgesegnet werden müssen.

Kommentare (1)

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Mazi

14.12.2011, 10:30 Uhr

Es ist zu hoffen, dass hiesige Verantwortliche diesen Artikel und insbesondere die Schlussfolgerung ebenfalls lesen und einen kritischen Vergleich zum unsrigen System anstellen.

Auch uns würde es gut zu Gesicht stehen und Anleger und Steuerzahler viel Geld sparen: "Wichtigste Schlussfolgerung der Aufseher: In Zukunft sollten Manager gescheiterter Banken sehr schnell ihre Posten verlieren, hohe Strafen bezahlen und aus der Finanzbranche verbannt werden können."

Bei allem die Bankaufseher und deren Pensionen nicht vergessen! Die haben schließlich wissentlich oder aus anderem Grund weg gesehen. Dieses Verhalten kann nicht rechtfertigen, dass man ebenfalls so fürstlich honoriert wird.

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