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09.05.2011

17:31 Uhr

Britische Banken

Schadenersatzzahlung an Kunden

Falls Kreditnehmer auf Grund von Krankheit oder Arbeitslosigkeit ihre Zahlungen nicht mehr begleichen können, kann eine Restschuldversicherung helfen. Diese sollen britische Banken ihren Kunden massiv aufgedrängt haben.

Als erste Bank hatte in der vergangenen Woche Lloyds die Waffen gestreckt und 3,2 Milliarden Pfund für die drohenden Zahlungen zurückgestellt. Quelle: dpa

Als erste Bank hatte in der vergangenen Woche Lloyds die Waffen gestreckt und 3,2 Milliarden Pfund für die drohenden Zahlungen zurückgestellt.

London Britische Banken sollen ihre Kunden beim Verkauf von Restschuldversicherungen übervorteilt haben und sollen dafür bald Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Am Montag gab der britische Bankenverband seinen Widerstand gegen die Kompensations-Zahlungen auf, die von der Bankenaufsicht gefordert worden waren.

Die Banken hatten ihren Kunden sogenannte Restschuldversicherungen (Payment Protection Insurances (PPI)) verkauft. Damit sollten Kreditnehmer sich für den Fall absichern, dass sie bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit ihre Hypotheken und Kreditkartenrechnungen nicht mehr bezahlen könnten. Verbraucherschützer warfen den Banken vor, sie hätten den Kunden die Policen aufgedrängt.

In Deutschland müssen die Kosten für solche Versicherungen in den Effektivzins eingerechnet werden. Kritiker sagen, die Versicherungen seien in vielen Fällen unnötig und oft zu teuer.

Die britische Bankenaufsicht hatte gefordert, dass die Verkäufe auf ihre Richtigkeit untersucht werden sollten. Dagegen waren die Banken vor Gericht gezogen. Im April hatten sie einen entsprechenden Prozess verloren. Jetzt kündigte der Verband an, auf weitere rechtliche Schritte zu verzichten. Insgesamt könnte es um bis zu neun Milliarden Pfund (10,1 Mrd Euro) Entschädigung gehen. Rund 20 Millionen dieser kontroversen Verträge sollen in Großbritannien in Kraft sein.

Banken zeigen Einsicht

Als erste Bank hatte in der vergangenen Woche Lloyds die Waffen gestreckt und 3,2 Milliarden Pfund für die drohenden Zahlungen zurückgestellt. Er wolle einen Schlussstrich unter dieses Kapitel der Vergangenheit ziehen, hatte der erst seit Anfang März amtierende Chef António Horta-Osório seinen Schritt begründet. Dem konnten sich die übrigen Großbanken nach Experteneinschätzung nicht mehr verschließen. Am Montag kündigte Barclays an, eine Milliarde Pfund zurückzustellen. "Wir machen nicht immer alles richtig für unsere Kunden", erklärte Vorstandschef Bob Diamond. "Wenn wir sie falsch beraten haben, entschuldigen wir uns dafür und werden die Sache richtigstellen." Konkurrent HSBC schrieb 440 Millionen Pfund ab und musste auch deshalb im ersten Quartal einen Rückgang des Vorsteuergewinns hinnehmen. Das Unternehmen betonte aber, dass es derzeit noch unklar sei, wie hoch die tatsächlichen Kosten sein werden. So wisse die Bank noch nicht, wie viele Kunden tatsächlich Ansprüche anmelden. Die in der Krise verstaatlichte Royal Bank of Scotland (RBS) konnte am Freitag bei der Vorlage ihrer Quartalszahlen die möglichen Belastungen noch nicht beziffern.

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