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12.02.2013

11:10 Uhr

Britische Großbank

Angeschlagene Barclays kappt 3700 Stellen

Die britische Großbank ringt mit Affären wie der Manipulation des Leitzinses Libor. Nun meldet das Institut auch noch einen hohen Verlust. Der neue Vorstandschef Jenkins streicht zudem Tausende Stellen.

Die skandalgeschüttelte Bank Barclays streicht Tausende Stellen. dpa

Die skandalgeschüttelte Bank Barclays streicht Tausende Stellen.

LondonDie skandalgeschüttelte britische Großbank Barclays streicht 3700 Stellen. Das gab Vorstandschef Antony Jenkins in London bekannt. 1900 der Stellenstreichungen entfallen auf das Filialgeschäft. 1800 Arbeitsplätze fallen im Investment-Banking weg. Gleichzeitig wird der Bonuspool für 2012 um 16 Prozent nach unten gefahren.

Barclays war in jüngster Zeit in eine Reihe von Bankenskandalen verwickelt, darunter die Manipulation des international bedeutenden Referenzzinssatzes Libor. Ferner wird untersucht, ob die Rettung der Bank in der Finanzkrise 2008 durch einen Staatsfonds aus Katar mit rechten Dingen abgelaufen ist.

Stellenabbau im Investment-Banking

Royal Bank of Canada

Die Royal Bank of Canada ist eines der wenigen Geldhäuser, welches das Investment-Banking ausbaut. Die Zahl der Mitarbeiter steigt von Ende 2011 bis Jahresende 2012 um 0,7 Prozent.

Goldman Sachs

Die US-Großbank Goldman Sachs reduzierte 2012 die Zahl der Mitarbeiter im Investment-Banking um 2,7 Prozent.

JP Morgan

Die Wall-Street-Bank reduziert ihr Investment-Banking um 3,1 Prozent.

Credit Suisse

Die Schweizer Credit Suisse kappt die Zahl der Mitarbeiter im Investment-Banking um 4,3 Prozent.

Morgan Stanley

Die US-Bank Morgan Stanley streicht die Mitarbeiterzahl um 8,5 Prozent zusammen.

Deutsche Bank

Der deutsche Primus streicht das Investment-Banking radikal zusammen: Die Deutsche Bank kappt die Zahl der Mitarbeiter in diesem Bereich um 13,3 Prozent.

Quelle: Bloomberg, Ende 2012 im Vergleich zu Ende 2011

Zudem rutschte die Bank mit weltweit rund 140.000 Beschäftigten im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr meldet das Geldhaus einen Verlust von 1,04 Milliarden Pfund (1,22 Milliarden Euro). Im Jahr 2011 hatte die Bank noch drei Milliarden Pfund Gewinn gemacht.

Nun wird das Kapitalmarktgeschäft zusammengestutzt, vor allem in Kontinentaleuropa und Asien. Stärken will Jenkins dagegen das klassische Privat- und Firmenkundengeschäft. Die Bank will sich künftig auf Großbritannien, die USA und Afrika konzentrieren. Der Umbau steht unter dem Motto „Kulturwandel“, den sich auch die Deutsche Bank verordnet hat: Windige Geschäfte sollen der Vergangenheit angehören. Das in der Krise verspielte Vertrauen soll zurückgewonnen werden.

Doch was gut klingt, wird in der Praxis lange dauern. Darüber macht sich auch Jenkins keine Illusionen, wie er dem BBC-Radio sagte: „Ich verstehe die Zyniker und die Skeptiker da draußen. Es wird Jahre dauern, bevor die Menschen ihre Meinung über uns ändern.“

Der bereinigte Vorsteuergewinn stieg im abgelaufenen Jahr um 26 Prozent auf knapp 7,05 Milliarden Pfund und lag damit leicht unter den durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Unbereinigt blieben vor Steuern nur 246 Millionen Pfund übrig.

Kommentare (5)

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Goldman-Sachs

12.02.2013, 10:17 Uhr

Freie Marktwirtschaft = Sozialisierung und Verstaatlichung der Banken.
Pervers sowas!
Laßt die maroden Bad Banks endlich pleitegehen.
Es kann nicht sein und nicht weiter hingenommen werden, dass die Verluste der Investoren und Großkapitalisten weiter zu Lasten des europäischen Steuerzahlers umverteilt werden. In Berlin rettet man die Banken, welche in einer freien Marktwirtschaft ansonsten bankrott wären. Die Fäden ziehen dabei die ehemalige Goldman Sachs Mitarbeiter, die man überall in Europa auf entscheidenden Position installiert hat.
„Erwin Pelzig“ brachte es auf den Punkt, guckst Du hier:
http://www.youtube.com/watch?v=c1qoVEsWs_s

revilo

12.02.2013, 10:33 Uhr

Naja Banken- Bashing ist irgendwie modern und war es wohl schon immer. Die Fakten schaut man sich idR. nicht an.

HypoReal vom Staat gerettet - diese Bank hatte sich auf Immobilienkredite spezialisiert. Nun ist man der Meinung Trennbanken wie diese Bank sind besser fürs System als Universalbanken, das verstehe wer will.

Nächstes BeispieL
Die Landesbanken Berlin oder die bayr. mussten mit viel Geld gerettet werden. Der Staat meint er könnte es besser. Ja die maroden Landesbanken haben es vorgemacht.

Lasst euch doch nicht immer Sand in die Augen streuen!!!
Ich bin froh das die Kommunisten Geschichte geworden sind, auf diese Gutmenschen die nur ihre eigene Vorteile im Sinne haben und jedes noch so Private meinen kontrollieren zu müssen, kann man sehr gut verzichten...

Ofelas

12.02.2013, 10:51 Uhr

Barclays hat zwar von den allgemeinen Bedingungen profitiert aber nicht direkt, es wurde im Gegensatz zu Goldman, RBS oder HypoReal, Landesbanken XYZ keine direkten Zahlungen benoetigt

Die Skandale sind natuerlich ein trauerspiel, aber wie man sieht sind einige andere Banken auch involviert. Was aber auffaellt, es sind (fast) immer nur Trader die involviert sind, ob direkt oder als Fuehrungskraft (Daimond) - die klassische Unternehmensfinanzierung in den Investmentbanken hat gestern wie heute seine Darseinsberechtigung und wird von vielen deutschen Unternehmen genutzt.

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