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03.06.2014

12:09 Uhr

Britische Großbank

Barclays beginnt mit Jobabbau im Investmentbanking

Barclays macht ernst: Schon hunderte Investmentbanker sollen gekündigt worden sein. Die Konsequenzen aus dem schlechten Kerngeschäft werden aber noch viele mehr spüren: Denn bis 2016 sollen 19.000 Jobs wegfallen.

Die Großbank Barclays in London: Insider berichten von Kündigungen für hunderte Investmentbanker in den nächsten Tagen. Reuters

Die Großbank Barclays in London: Insider berichten von Kündigungen für hunderte Investmentbanker in den nächsten Tagen.

LondonDie britische Großbank Barclays macht Tempo beim angekündigten Stellenabbau im Kapitalmarktgeschäft. In diesen Tagen hätten hunderte Investmentbanker ihre Kündigung bekommen, sagten mehrere mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die genaue Zahl sei nicht bekannt, der Jobabbau betreffe aber die Regionen Asien, Europa und USA gleichermaßen. Die Bank wollte sich am Dienstag nicht konkret zu den Informationen äußern, sondern verwies auf den von Konzernchef Antony Jenkins angekündigten Konzernumbau.

Jenkins hatte vor rund einem Monat angesichts der Flaute im Kerngeschäft die Notbremse gezogen und erklärt, dass bis 2016 mindestens 19.000 der weltweit 140.000 Jobs wegfallen. Allein in der Investmentbank muss ein Viertel der Mannschaft gehen – insgesamt 7000 Leute. Die einstige Gewinnmaschine verschlingt nach Ansicht des Barclays-Chefs viel zu viel Kapital, wirft aber nicht mehr genug ab. Abschneiden will Jenkins nun vor allem im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren, Devisen und Rohstoffen, wo die Erträge seit mehreren Quartalen weit unter den Erwartungen bleiben. Weniger betroffen von den Kürzungen sind der noch immer recht gut laufende Aktienhandel und das Beratungsgeschäft.

Diese Banken bauen die meisten Stellen ab

Commerzbank (Deutschland)

4000 Stellen

Die Zahlen beziehen sich auf die von Januar 2012 bis Ende 2013 angekündigten Entlassungen

Caixa Bank (Spanien)

4000 Stellen

Bankia (Spanien)

5000 Stellen

American Express (USA)

5400 Stellen

Monte dei Paschi (Italien)

8200 Stellen

UBS (Schweiz)

10.000 Stellen

HSBC (Großbritannien)

14.000 Stellen

Citigroup (USA)

15.000 Stellen

Bank of America (USA)

18.100 Stellen

JP Morgan (USA)

19.000 Stellen

Mit der Neuausrichtung der Investmentbank hat Barclays die früheren Träume begraben, mit den Größen an der Wall Street wie Goldman Sachs mithalten zu können. Einen gänzlich anderen Weg geht die Deutsche Bank: Sie sieht sich als einzige wirklich globale Investmentbank mit Sitz in Europa, will im Investmentbanking in die Weltspitze vordringen und gerade im Anleihehandel wieder angreifen. Investoren sind gespalten in der Frage, ob dieser Plan aufgeht.

Von

rtr

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