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30.04.2013

13:37 Uhr

Britische Großbank

Lloyds macht beim Umbau Fortschritte

Der Umbau der britischen Großbank zeigt erste Erfolge. Seinen Gewinn konnte Lloyds im letzten Quartal verdreifachen. Für die Aktien ging es nach der Nachricht stark aufwärts. Das dürfte auch der Regierung gefallen.

Eine Filiale der Lloyds TSB in London: Rückschläge gab es zuletzt auch. dpa

Eine Filiale der Lloyds TSB in London: Rückschläge gab es zuletzt auch.

LondonDie britische Regierung kann sich womöglich bald aus der Großbank Lloyds zurückziehen. Das Geldhaus wies am Dienstag für das erste Quartal einen Gewinn von 1,48 Milliarden Pfund aus, umgerechnet sind das 1,75 Milliarden Euro - dreimal so viel wie vor einem Jahr. Die Aktien stiegen daraufhin zeitweise um knapp sieben Prozent auf ein 57,2 Pence. Das ist in etwa der höchste Stand seit zwei Jahren.

Bei einem Kursniveau von 61 Pence pro Aktie könnte die Regierung von Premierminister David Cameron ohne Verluste aussteigen. Großbritannien musste das Geldhaus auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise 2008 mit 20,5 Milliarden Pfund vor dem Aus retten.

Kapitalquoten großer Banken (1. Quartal 2013)

Kernkapitalquoten

Ein Lehre aus den Folgen der Finanzkrise lautet: Banken müssen mehr echtes Eigenkapital vorhalten, dass Verluste auffangen kann. Im „Basel III“ genannten Regelwerk ist eine Mindestquote von 4,5 Prozent aus Eigenkapital und einbehaltenen Gewinnen vorgeschrieben – von Investoren werden aber derzeit eher neun Prozent als Wert für eine stabile Bank angesehen.

Svenska Handelsbanken

17,5 Prozent

Standard Chartered

10,7 Prozent

UBS

10,1 Prozent

HSBC

9,8 Prozent

Deutsche Bank

Nach der Kapitalerhöhung im April 2013: 9,5 Prozent

Santander

9,2 Prozent (Ziel für Ende 2013)

JP Morgan

8,9 Prozent

Credit Suisse

8,6 Prozent („Look-through“ Kapitalquote)

Commerzbank

Ende des 1. Quartals 2013: 7,5 Prozent

Nach der Kapitalerhöhung: 8,6 Prozent

Lloyds

8,1 Prozent

Royal Bank of Scotland

7,7 Prozent

Quelle

Die Kernkapitalquoten stammen von den jeweiligen Geldhäusern und beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Quartal. Die Banken beschreiben die Quote als „Common Equity Tier 1 Ratio nach Basel III“ oder auch nach der EU-Umsetzung der Basel-III-Vorgaben („CRD IV“) als „pro forma fully loaded CRD IV core tier 1 ratio“. Offiziell gilt die Basel-III-Vorgabe erst ab 1. Januar 2019, doch die Investoren verlangen bereits lange eine deutliche Übererfüllung der künftigen Quoten.

Insider aus Politik und Finanzbranche hatten Reuters zuletzt gesagt, die Regierung wolle sich noch vor der nächsten Wahl 2015 von ihren Anteilen trennen. Denn der Verkauf der Lloyds-Aktien wird als realistischer eingestuft als ein Ausstieg aus dem 81-Prozent-Paket bei der Royal Bank of Scotland (RBS). Bei Lloyds gehören der Regierung 39 Prozent der Anteile.

Bankchef Antonio Horta-Osorio sprach von substanziellen Fortschritten im abgelaufenen Quartal. Lloyds profitierte vor allem von Kostensenkungen, aber auch besseren Margen und weniger geplatzten Krediten. Die Aufwendungen sanken von Januar bis März gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sechs Prozent.

Größte Investmentbanken im globalen Fusionsgeschäft

Rang 10

Deutsche Bank

41 Milliarden Dollar*

(-61 Prozent gg. Vorjahr)

*alle Zahlen: Betreutes Übernahmevolumen weltweit im 1. Quartal 2013 / Quelle: Merger Market

Rang 9

Centerview Partners

48 Milliarden Dollar

(+631 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 8

Citi

52 Milliarden Dollar

(-49 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 7

Barclays

55 Milliarden Dollar

(-51 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 6

Morgan Stanley

57 Milliarden Dollar

(-41 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 5

Credit Suisse

69 Milliarden Dollar

(-27 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 4

Lazard

70 Milliarden Dollar

(+132 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 3

Bank of America Merrill Lynch

90 Milliarden Dollar*

(+43 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 2

Goldman Sachs

104 Milliarden Dollar

(-14,5 Prozent gg. Vorjahr)

Rang 1

JPMorgan

124 Milliarden Dollar*

(+6,5 Prozent gg. Vorjahr)

*alle Zahlen: Betreutes Übernahmevolumen weltweit im 1. Quartal 2013 / Quelle: Merger Market

Das Management rechnet damit, die Kosten im Jahr 2014 auf etwa 9,15 Milliarden Pfund drücken zu können. Das würde im Vergleich mit 2010 einer Reduzierung von zwei Milliarden Pfund entsprechen - doppelt soviel wie im eigentlichen Restrukturierungsplan vorgesehen.

Lloyds hatte zuletzt aber auch Rückschläge hinnehmen müssen. So platzte der Verkauf von mehr als 600 Filialen an Co-operative. Das genossenschaftliche Institut begründete seinen Rückzug mit harten Auflagen der Aufsichtsbehörden sowie dem schwachen Ausblick für die britische Wirtschaft. Nun will Lloyds nach eigenen Angaben das Filialnetz an die Börse bringen. Früheren Informationen von Insidern zufolge dürfte dies aber nicht vor Mitte 2014 anstehen.

Von

rtr

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