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28.02.2013

10:05 Uhr

Britische Großbank

RBS rutscht tiefer in die roten Zahlen

Die Royal Bank of Scotland fährt 2012 einen Verlust in Milliardenhöhe ein. Das Minus fällt sogar noch höher aus als im Vorjahr. Immerhin läuft es bei dem teilverstaatlichten Geldhaus im operativen Geschäft besser.

Die britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) häuft erneut hohe Verluste an. dpa

Die britische Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) häuft erneut hohe Verluste an.

LondonDie Royal Bank of Scotland (RBS) macht der Regierung Hoffnung, ihre Anteile an dem teilverstaatlichten Institut bald wieder loswerden zu können. Die Bank sei auf dem Weg der finanziellen Gesundung einen guten Schritt vorangekommen, sagte RBS-Chairman Philip Hampton. Der Punkt rücke näher, an dem die Eigentümer eine Dividende bekommen und der Staat Teile seines 82-Prozent-Pakets verkaufen könne.

Zuversichtlich stimmt das Management das Ergebnis im Tagesgeschäft. Denn der operative Gewinn legte 2012 auf 3,46 (Vorjahr: 1,82) Milliarden Pfund zu. Es ist das beste Ergebnis seit dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008, als die Bank nur mit Steuergeldern vor dem Kollaps bewahrt werden konnte.

Die empfindlichsten Strafen für Banken

Hohe Bußgelder

Geldwäsche oder Libor-Skandal – vielen Finanzhäusern drohen hohe Geldbußen. Eine Übersicht, wer schon happige Strafen zahlen musste.

Barclays

Die britische Bank Barclays hatte sich im Juni bereit erklärt rund 470 Millionen Dollar zu zahlen, um die Libor-Untersuchungen in Großbritannien und in den USA beizulegen.

Barclays II

Die US-Energiemarktaufsicht FERC forderte im Juli 2013 von der britischen Bank Barclays eine Rekordstrafe von 453 Millionen Dollar. Die Behörde warf dem Bankhaus vor, in den Jahren 2006 bis 2008 den Strommarkt manipuliert zu haben. Vier Barclays-Händler hätten die Preise am Strommarkt künstlich gedrückt, um am Derivatemarkt mit Wetten gegen steigende Strompreise abzusahnen.

Goldman Sachs

Die US-Bank stimmte einem 500 Millionen Dollar schweren Vergleich mit der US-Aufsicht SEC zu. Die SEC hatte der Großbank vorgeworfen, ein auf faulen Krediten basierendes Finanzprodukt in dem Moment aufgelegt zu haben, als der Immobilienmarkt in den USA abzustürzen begann.

ABN Amro

Die niederländische Bank ABN Amro zahlte wegen des Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 500 Millionen Dollar.

Credit Suisse

Die Crédit Suisse muss wegen Verstoßes gegen Iran-Sanktionen 536 Millionen Dollar Strafe zahlen.

ING

Die niederländische ING zahlte 619 Millionen Dollar. Sie soll für kubanische und iranische Kunden Milliarden durch das US-Finanzsystem geschleust haben.

Standard Chartered

Die britische Bank geriet wegen ihrer Iran-Geschäfte ins Visier der New Yorker Finanzaufsicht DFS. Fast zehn Jahre lang soll fast zehn Jahre lang gegen die Sanktionen verstoßen haben und Geschäfte mit dem Iran abgewickelt haben. Die Bank hat die Vorwürfe zwar vehement abgestritten, dann stimmten die Briten doch einer Zahlung von 340 Millionen Dollar zu. Außerdem schloss die Bank einen Vergleich mit der US-Notenbank Fed, dem US-Justizministerium und der Staatsanwaltschaft Manhattan und zahlt noch einmal 330 Millionen Dollar, insgesamt also insgesamt 670 Millionen Dollar.

Royal Bank of Scotland

Die Royal Bank of Scotland zahlte eine Strafe von 500 Millionen Dollar. Sie soll über die niederländische Bank ABN Amro Geld für Kunden aus dem Iran, Libyen und Syrien gewaschen haben. Für die Verwicklung in den Libor-Skandal zahlt die Bank 615 Millionen Dollar an die Behörden in den USA und Großbritannien.

HSBC

Die Großbank hatte über Jahre hinweg mexikanischen Drogenbossen und saudi-arabischen Terrorfinanzierern bei der Geldwäsche geholfen. Die US-Behörden verdonnerten die Bank zu einer Strafe von rund 1,9 Milliarden Dollar.

UBS

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen des Libor-Skandals insgesamt Strafen in Höhe von 1,16 Milliarden Euro (1,4 Milliarden Franken) an Behörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz. Die Strafzahlungen führen dazu, dass die UBS im vierten Quartal 2012 einen Reinverlust von bis zu 2,5 Milliarden Franken verbucht. Zudem zahlt die Bank 780 Millionen Dollar Strafe wegen Beihilfe zum Steuerbetrug.

UBS II

Im Juli 2013 einigt sich die Schweizer Großbank UBS mit US-Behörden, einen Streit über Hypothekenpapiere beizulegen. Die Vorwürfe beziehen sich auf das Jahr 2008. Die UBS zahlt 885 Millionen Dollar, ohne eine Schuld anzuerkennen.

Großvergleich in den USA

Mehrere Banken in den USA stimmten Anfang des Jahres einem mehr als 25 Milliarden Dollar schweren Vergleich zu. Zu den Finanzhäusern zählen Ally Financial, Bank of America, Citigroup, JP Morgan Chase sowie Wells Fargo. Bei dem Vergleich geht es um Forderungen aus Hypothekenkrediten.

(Quelle: eigene Recherche, Stand Dezember 2012)

Insgesamt sehen die Zahlen aber noch nicht gut aus. Vor Steuern summierte sich der Verlust auf 5,16 Milliarden Pfund, nachdem 2011 schon ein Minus von 1,19 Milliarden zu Buche stand. Hier wirkte sich vor allem die bilanzielle Neubewertung der eigenen Schulden aus. Dies führte zu einer schmerzhaften Wertkorrektur von 4,6 Milliarden Pfund. An der Börse verloren RBS-Aktien mehr als drei Prozent.

Die RBS ist - wie viele andere Banken auch - in diverse Skandale verwickelt. Die Bank teilte in diesem Zusammenhang mit, weitere 450 Millionen Pfund beiseitegelegt zu haben, weil Kunden Versicherungen für Kredite und Hypotheken verkauft wurden, die sie gar nicht brauchten.

Die Rückstellungen summieren sich damit mittlerweile auf 2,2 Milliarden Pfund. 1,3 Milliarden Pfund wurden bereits als Wiedergutmachung an Kunden ausgezahlt. Außerdem wurden 700 Millionen Pfund zur Seite gelegt, die ebenfalls im Zusammenhang mit Unregelmäßigkeiten im Vertrieb stehen. In diesem Fall wurden komplexe Zinsprodukte an kleine Firmen verkauft.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

28.02.2013, 11:41 Uhr

Ich werde einfach das Gefühl nicht los!

Immer, wenn man schlechte Nachrichten zu Banken liest, ist die RBS dabei.

Traurig, traurig …


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