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03.01.2006

09:19 Uhr

Britische Versicherer

Kampf mit harten Bandagen

VonFelix Schönauer

Britische Versicherer konnten sich im Jahr 2005 kaum über einen Mangel an Herausforderungen beklagen. Der Kampf um die Kunden wird mit harten Bandagen geführt, denn die starke Konkurrenz bleibt der Branche auch im nächsten Jahr erhalten.

LONDON. Im Lebens- und Sachgeschäft drückte der Konkurrenzdruck die Margen – so sehr, dass Branchenprimus Aviva sich im August zu einer öffentlichen Warnung genötigt sah. Bei Altersvorsorge-Produkten mussten Institute wie jüngst die Lloyds-TSB-Tochter Scottish Widows ihre Reserven erheblich aufstocken, weil die Lebenserwartungen unerwartet stark steigen. Hinzu kommt: Die britische Aufsicht verpflichtete die Versicherer zu einem einheitlichen Risikostandard. Auch müssen die Unternehmen seit neustem individuelle Stresstests (die einen Einbruch der Kapitalmärkte simulieren) konzipieren und die Ergebnisse mit den Regulierern diskutieren.

Mit Blick auf das Jahr 2006 haben Beobachter zwei Nachrichten für die Branche: Die schlechte ist, dass der Konkurrenzdruck der Branche erhalten bleibt. Die gute ist, dass die Firmen durch regulatorische Eingriffe und die Erfahrungen der Krise in den vergangenen Jahren besser auf ihre Herausforderungen vorbereitet sind.

Doch bietet die Branche ein zweigeteiltes Bild: Die Lage in der Sachversicherung scheint stabiler zu sein als im Lebensgeschäft. „Das wirtschaftliche Umfeld ist freundlich“, sagt David Harrison, Analyst des Ratinginstituts Standard & Poors. Zwar sind die Erträge durch den erheblichen Konkurrenzdruck zurückgegangen, dafür schwanken sie weniger als früher.

Dennoch bleiben genug Herausforderungen: Zwar vereinen die größten zehn Spieler im Markt fast drei Viertel des Neugeschäfts auf sich. Doch der Kampf um die Kunden wird mit harten Bandagen geführt. Besonders stark kommen in allen Sektoren derzeit Direkt-Versicherer zum Zug, die ohne Außendienst arbeiten und daher günstige Tarife anbieten können.

Die Branchenführer selbst stehen ebenfalls vor unterschiedlichen Entwicklungen. Aviva darf optimistisch ins neue Jahr blicken. Bei der Integration des im März übernommenen Autoversicherers RAC liegt das Institut bislang über Plan. Die Einsparungen beim 1,1 Mrd. Pfund teuren Einkauf dürften im nächsten Jahr um mehr als ein Fünftel über dem prognostizierten Wert von 80 Mill. Pfund liegen.

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