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28.06.2017

18:32 Uhr

Britischer Notenbankchef

Zeichen stehen auf Zinserhöhung

Nach dem Brexit-Votum hat sich die britische Wirtschaft besser entwickelt als erwartet. Während der Leitzins in diesem Monat nach einer Abstimmung noch nicht bewegt wurde, könnte das in naher Zukunft anders aussehen.

Der Notenbankchef sieht eine Anhebung des britischen Leitzinses kommen. dpa

Mark Carney

Der Notenbankchef sieht eine Anhebung des britischen Leitzinses kommen.

SintraIn Großbritannien wird laut Notenbankchef Mark Carney in den nächsten Monaten eine Zinserhöhung spruchreif. Da sich die Wirtschaft der Vollauslastung nähere, rücke eine solche Entscheidung näher, sagte er am Mittwoch auf der Notenbankenkonferenz im portugiesischen Sintra. Die Währungshüter hatten diesen Monat nur mit knapper Mehrheit von fünf zu drei Stimmen dafür gestimmt, den Leitzins auf dem historischen Tief von 0,25 Prozent zu belassen.

Spekulationen auf eine baldige Straffung der britischen Geldpolitik gaben dem Pfund Sterling Auftrieb. Es verteuert sich binnen Minuten um etwa einen halben US-Cent auf 1,29 Dollar. Zuletzt hatte die Bank von England (BoE) ihren Leitzins im Jahr 2007 angehoben – vor Ausbruch der Finanzkrise.

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Die Bank of England will eine mögliche Überhitzung der Wirtschaft verhindern. Dafür hebt sie die Kapitalanforderungen für britische Banken um einen halben Prozentpunkt an. Eine zweite Änderung soll im November folgen.

Carney hat diesen Monat gegen eine Erhöhung gestimmt und zuletzt auch weiter zur Vorsicht geraten. Bevor er eine Zinsanhebung in den Blick nehme, wolle er in den kommenden Monaten erst schauen, wie die Wirtschaft des Landes die Brexit-Verhandlungen wegstecke, sagte der Kanadier jüngst. Zugleich stimmte er die Briten auf Einkommenseinbußen im Zuge des EU-Ausstiegs ein.

BoE-Chefvolkswirt Andy Haldane hat bereits offen signalisiert, dass er im zweiten Halbjahr für eine Anhebung des Schlüsselsatzes stimmen wolle. Die britische Notenbank schraubte jüngst auch die Kapitalanforderungen für die Banken des Landes um insgesamt 11,4 Milliarden Pfund nach oben. Nach dem Brexit-Votum für einen britischen EU-Austritt vor einem Jahr hatte die BoE die Kapitalanforderungen gesenkt, weil sie eine Kreditknappheit befürchtete. Doch die Wirtschaft hat sich seither besser entwickelt als erwartet, weshalb die Zeichen nun wieder auf Zinserhöhung stehen.

Von

rtr

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