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13.03.2006

11:50 Uhr

Bündelung der Aktivitäten

Bankenfusion in Frankreich

In Frankreichs Bankenlandschaft zeichnet sich eine neue Mega-Fusion ab. Zwei große genossenschaftliche Bankengruppen, die französischen Sparkassen Caisse d’épargne und die Groupe Banque Populaire wollen nach Informationen der Handelsblatt-Partnerzeitung „La Tribune“ einen Großteil ihrer Aktivitäten zusammenlegen.

ali PARIS. Am Sonntag wollten der Verwaltungs- beziehungsweise Aufsichtsrat der jeweiligen Häuser über das Zusammenrücken beraten und den Startschuss für exklusive Verhandlungen geben. Durch die Verzahnung beider Gruppen entstünde gerechnet nach Filialen Frankreichs zweitgrößte Bankengruppe nach dem Platzhirsch Crédit Agricole.

Die Sparkassen wollten keinen Kommentar abgeben, Banque Populaire bestätigte am Freitag, dass es Gespräche mit einer anderen Bankengruppe über die „Zusammenlegung von Aktivitäten“ gäbe. Analysten bescheinigen den genossenschaftlichen Gruppen Konsolidierungsbedarf.

Da eine Vollfusion bei Genossenschaftsbanken schwierig ist, soll die Annäherung über eine Bündelung der wichtigsten Aktivitäten erfolgen. Den Kern bildet eine Fusion der beiden Investmentbanken Ixis (Sparkassen) und der börsennotierte Natexis (Banque Populaire). Laut „La Tribune“ soll in diese fusionierte Einheit namens „Natixis“ auch die Vermögensverwaltung, der Immobilienfinanzierer Crédit Foncier, und der Kreditversicherer Coface eingebracht werden. Die beiden Filialnetze, die den Mitgliedern gehören, bleiben außen vor. Natixis würde den beiden Vertriebsnetzen als gemeinsame Produktfabrik dienen und über ein Eigenkapital von 40 Mrd. Euro verfügen.

Die börsennotierte Natixis soll zu 34 Prozent dem Sparkassen-Spitzeninstitut Caisse nationale des Caisses d'épargne (CNCE) und zu 34 Prozent den Banques Populaires gehören, der Rest wäre an der Börse notiert. Offen ist noch die Rolle des staatlichen Finanzriesen CDC, der derzeit zu 35 Prozent am Sparkassen-Spitzeninstitut beteiligt ist. Die CDC wurde nicht von den Verhandlungen informiert und äußerte sich kritisch zu dem geplanten Zusammenschluss. Allerdings begrüßte Philippe Marini, Senator und Aufsichtsrat der CDC, bereits öffentlich die Geburt eines neuen, französischen Banken-Champions.

Sollte das Projekt glatt über die Bühne gehen, hätte Sparkassen-Chef Charles Milhaud gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Dank Natixis hätte er Zugang zu einer börsennotierten Tochter. Seit längerem strebt Milhaud mit Hochdruck die Börsennotiz an, um die geplante Auslandsexpansion finanzieren zu können. Gleichzeitig könnten die Sparkassen mit Partner Banques Populaires den Konkurrenzkampf mit Häusern wie BNP Paribas anheizen.

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