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02.01.2004

10:02 Uhr

„Bürgerversicherung bedroht private Krankenversicherer existenziell“ – Wachstum durch Zusatzpolicen in 2004

Barmenia-Chef fordert Chancengleichheit

VonCaspar Dohmen (Frank Wiebe, Handelsblatt)

Josef Beutelmann, Chef der Barmenia, erwartet für die privaten Krankenversicherer eine politische Schonfrist von etwa zwei Jahren mit relativ ungestörtem Wachstum. „Ab 2006 rechne ich wieder mit neuen Gesetzen, welche die Rahmenbedingungen für unsere Branche verändern könnten“, sagte er dem Handelsblatt.

WUPPERTAL. Nach seiner Einschätzung könnten die privaten Anbieter aber auch in einem veränderten Umfeld gut gegenüber den gesetzlichen Kassen bestehen, wenn es gleiche Bedingungen gebe. Dabei nennt er als Bereiche, in denen die gesetzlichen Kassen bisher bevorteilt seien, deren Adressenmonopol, die Besteuerung und das automatische Inkasso, also den Einzug der Prämien bei den Arbeitgebern.

Die Einführung einer Bürgerversicherung wäre für die privaten Krankenversicherer existenzgefährdend. „Sonst entwickelt sich das bei uns wie in der Schweiz“, warnt der Barmenia-Chef. In der Schweiz verschwanden nach Einführung einer Art Bürgerversicherung private Anbieter als Vollversicherer weitgehend von der Bildfläche. Und den Anstieg der Gesundheitskosten hätte die Schweiz dadurch nicht gebremst, sagt Beutelmann.

Der Barmenia-Chef sieht die Bemühungen der privaten Krankenversicherer, die gesundheitspolitischen Trends zu beeinflussen, durchaus kritisch. Die Versicherer haben die Schränke voll mit Studien, die sie gezielt Fachleuten und Politikern vorlegen. Aber nur selten geht die Branche mit ihren Vorschlägen an die Öffentlichkeit. Oft vertreten einzelne Unternehmen unterschiedliche Positionen, wie zuletzt in der Frage der Mitnahme der Alterungsrückstellung. Und vor allem gibt es praktisch keine abgestimmten Konzepte, die gemeinsam offensiv vertreten werden.

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