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16.03.2006

16:40 Uhr

Bundesbank mit Milliardengewinn

Von der EZB gibt es kein Geld mehr

2005 kann die Deutsche Bundesbank ihren Gewinn nicht mit einer Überweisung von der Europäischen Zentralbank (EZB) aufbessern.

HB FRANKFURT. Die europäische Notenbank wird trotz eines Überschusses von 992 Millionen Euro kein Geld an die nationalen Notenbanken verteilen, berichtete die EZB am Donnerstag in Frankfurt. Die gesamte Summe werde in Rücklagen gesteckt. Die Bundesbank wird voraussichtlich aber dennoch einen Gewinn von rund drei Milliarden Euro an Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) überweisen. „Der fehlende Beitrag der EZB ist keine Überraschung und bereits eingeplant“, verlautete aus Bundesbankkreisen. Die genauen Zahlen gibt die Bank am kommenden Dienstag (21. März) bekannt.

Die entsprechende Summe von drei Milliarden Euro Bundesbankgewinn hat die Bundesregierung bereits in ihren Haushalt eingestellt. Nach zwei Jahren mit äußerst mageren Gewinnen hat die Bundesbank somit 2005 erstmals wieder ein sattes Plus erwirtschaftet, das sich mit früheren Ergebnissen vergleichen lässt. In den Staatshaushalt fließt immer der Notenbankgewinn des Vorjahres ein. Grund für das bessere Ergebnis 2005 seien die wegen der steigenden Zinsen höheren Zinserträge und die Aufwertung des US-Dollars, hieß es in Frankfurt. Die Wechselkurse beeinflussen den Euro-Gegenwert der auf Dollar lautenden Währungsbestände.

Die EZB hat 2005 nach zwei Verlustjahren erstmals wieder einen Gewinn erzielt. Nach 1,6 Milliarden Euro Verlust 2004 verbuchte die Bank im vergangenen Jahr 992 Millionen Euro Überschuss. Grund dafür seien die Abwertung des Euro sowie die höheren Zinsen für die US- Dollarbestände der Notenbank gewesen. Da die Bank daraus eine Rückstellung zur Absicherung gegen Wechselkurs-, Zinsänderungs- und Goldpreisrisiken bildete, betrug der Nettogewinn aber genau Null und es wurde kein Geld verteilt.

Die EZB hat seit Beginn ihrer Geschäftstätigkeit im Jahr 1999 bis 2002 einen Gewinn ausgewiesen, danach waren Verluste entstanden. Anders als bei Geschäftsbanken ist die Hauptaufgabe der Notenbanken nicht, Gewinn zu erzielen, sondern die Preisstabilität zu gewährleisten. Die Erträge der EZB resultieren in erster Linie aus der Anlage ihrer Währungsreserven sowie dem Zinsertrag aus dem Euro- Banknotenumlauf.

Im vergangenen Jahr hat die EZB nach eigenen Angaben alles in allem einen Nettozinsertrag von 1,27 Milliarden Euro erzielt gegenüber 690 Millionen Euro im Jahr 2004. Der Sachaufwand für Personal, Gebäudemieten und Sonstiges sank von 340 auf 316 Millionen Euro. Die Notenbank beschäftigte 1350 Mitarbeiter (Vorjahr: 1300).

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