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01.02.2010

11:17 Uhr

Bundesbank-Umfrage

Am Kreditmarkt deutet sich Erholung an

VonYasmin Osman

Die deutschen Kreditinstitute planen einer Umfrage der Bundesbank zufolge keine weitere Verschärfung ihrer Vergaberichtlinien. Auch auf europäischer Ebene sind die Institute weniger restriktiv bei der Vergabe. Noch klagen Unternehmen allerdings über den schwierigen Zugang zu Darlehen.

Der Geldhahn öffnet sich: Einer Umfrage zufolge zeichnet sich am deutschen Kreditmarkt eine leichte Entspannung ab. Quelle: dpa

Der Geldhahn öffnet sich: Einer Umfrage zufolge zeichnet sich am deutschen Kreditmarkt eine leichte Entspannung ab.

FRANKFURT. Am deutschen Kreditmarkt zeichnet sich eine leichte Entspannung ab: Der Trend zu einer immer restriktiveren Kreditvergabepraxis ist im vierten Quartal fast zum Erliegen gekommen. Das zeigt die vierteljährliche Bundesbank-Umfrage Bank Lending Survey. Es gebe „wenig Hinweise auf eine breit angelegte Kreditklemme im Kreditgeschäft mit inländischen Unternehmen“, schreibt die Bundesbank in einer Zusatzuntersuchung.

In den nächsten drei Monaten rechnen die Banken im Durchschnitt mit gar keiner weiteren Verschärfungen ihrer Kreditrichtlinien. Schon im vierten Quartal 2009 waren nur vier Prozent der Banken restriktiver geworden – nach acht Prozent im Herbst und zwölf Prozent im zweiten Quartal. Ganz ähnlich ist der Trend auf europäischer Ebene: Nur drei Prozent der Institute meldete weitere Verschärfungen, im dritten Quartal waren es acht, im zweiten sogar 21 Prozent gewesen.

„Noch keine Trendwende“

Die Unternehmen selbst empfinden den Zugang zu Krediten laut einer Umfrage des Ifo-Instituts zwar nach wie vor als schwierig, sie beurteilten die Lage im Januar jedoch besser als noch im Dezember. Der Ifo-Kredithürdenindex, für den 4 000 Unternehmen befragt werden, sank im Januar auf 42,4 nach zuvor 44,3 Prozent. Sowohl Industrieunternehmen als auch Handels- und Bauunternehmen klagten im Januar seltener über Restriktionen ihrer Banken. „Dennoch schwankt die Kredithürde nun ein Jahr lang sichtlich über 40 Prozent. Von einer Trendwende kann noch nicht die Rede sein“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Vor allem große Firmen beklagen die Zurückhaltung der Banken.

Die Umfragen der Bundesbank deuten aber darauf hin, dass die Banken ihr Neukreditgeschäft in diesem Jahr wieder ausweiten könnten: Die Institute rechnen nämlich mit mehr Kreditanträgen. „Da die Banken planen, die Ablehnungsquote konstant zu halten, dürfte hieraus eine höhere Neukreditvergabe folgen“, schreibt die Bundesbank.

Offen bleibt, ob dies ausreicht. Denn im Aufschwung ist der Finanzbedarf besonders groß. Das gesamte ausstehende Kreditvolumen wird nach Einschätzung der Institute in etwa gleich bleiben. Nur die kleinen Banken wollen die Summe ihrer Ausleihungen leicht steigern. Vor allem der hohe Wertberichtigungsbedarf, den alle Banken erwarten, dämpft die Bereitschaft, die Kreditbestände auszuweiten.

Kredite statt Eigenhandel

Viele Experten sorgen sich zudem, dass die Kreditversorgung dadurch beschädigt wird, dass viele Banken schrumpfen müssen. Tatsächlich wollen ein Drittel der befragten Institute ihre Bilanz verkleinern. Allerdings wollen die Banken dazu ihren Eigenhandel zurückfahren und nicht ihr Kreditportfolio verkleinern.

In den nächsten Monaten werden viele Firmen vor allem deshalb Darlehen brauchen, weil ihre Innenfinanzierungskraft nachlässt. Diese Überzeugung vertritt laut Bundesbank die Mehrheit der befragten Institute, insbesondere Verbände der Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Die Verbände der Auslandsbanken sowie der Landes- und Förderbanken halten dagegen die Exportfinanzierung für den treibenden Faktor.

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