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24.08.2016

15:21 Uhr

Bundesbank-Vorstand Dombret

„Geringe Rentabilität der Geldhäuser ist bedenklich“

Der Kursverfall deutscher Bankaktien alarmiert die Bundesbank. Deren Vorstand Andreas Dombret fordert die Geldhäuser auf, ihre Strategie zu überdenken. Es kann „auch helfen, die Komplexität einer Bank zu reduzieren“.

Der Vorstand der Bundesbank ist besorgt über den Kursverfall der deutschen Bankaktien. Die niedrige Kurs würde eine Kapitalerhöhung teurer machen. Reuters

Andreas Dombret

Der Vorstand der Bundesbank ist besorgt über den Kursverfall der deutschen Bankaktien. Die niedrige Kurs würde eine Kapitalerhöhung teurer machen.

FrankfurtDer Einbruch von Aktien deutscher Geldhäuser bereitet der Bundesbank große Sorgen. „Den Rückgang in der Marktkapitalisierung von Banken kann man nur kritisch sehen, denn dadurch wird eine Kapitalaufnahme erschwert“, sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. „Wenn es den Wunsch nach einer Kapitalerhöhung gibt, würde diese deutlich teurer.“

Die Papiere von Deutscher Bank und Commerzbank sind zuletzt kräftig unter die Räder gekommen, beim europaweiten Stresstest gehörten die beiden größten deutschen Banken zu den schwächsten Instituten. Die Deutsche Bank braucht nach eigenem Bekunden derzeit keine Kapitalerhöhung, einige Analysten sehen das allerdings anders.

Commerzbank-Aktien haben seit Jahresstart 38 Prozent eingebüßt, die Papiere der Deutschen Bank 45 Prozent. Sie brachen damit stärker ein als der Index für Bankenwerte der Euro-Zone mit minus 29 Prozent. Hauptgrund für den Absturz deutscher Bankaktien sei die Unsicherheit über die strukturelle Ertragskraft der Institute, sagte Dombret. „Verantwortlich dafür ist vor allem das Niedrigzinsumfeld, unter dem Banken in Deutschland aufgrund der hohen Einlagen ganz besonders leiden.“

Zudem finanzierten sich Firmen in der Bundesrepublik stärker über Bankkredite und weniger über den Kapitalmarkt als in anderen Ländern. Zu einzelnen Banken äußerte sich Dombret nicht.

Banken klagen seit langem über die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB), die den Leitzins auf null gesenkt hat und zudem Strafzinsen von Geldhäusern verlangt, die über Nacht Geld bei ihr parken. Bei vielen Instituten sorgt das für sinkende Gewinne. Aus Sicht von Deutsche-Bank-Chef John Cryan schwächt die EZB-Geldpolitik inzwischen die Wirtschaft und das europäische Bankensystem.

„Aus Sicht der Bankenaufsicht ist die geringe Rentabilität der Geldhäuser bedenklich“, sagte Dombret. „Die Ertragskraft von heute ist die Widerstandsfähigkeit von morgen.“ Zudem seien profitable Banken wichtig, damit die Geldpolitik in der Realwirtschaft ankomme.

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