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07.09.2016

18:02 Uhr

Bundesbank

Weniger Regulierung für kleine Geldhäuser geplant

Rund 1400 kleinere Geldhäuser in Deutschland beklagen zu restriktive Kapital- und Liquiditätsvorschriften. Sie fühlen sich mit den verschärften Regeln seit der Finanzkrise überfordert. Die Bundesbank will das nun ändern.

Die Bundesbank will kleinere Geldinstitute bei Regulierungsvorschriften entlasten. dpa

Bankenaufsicht

Die Bundesbank will kleinere Geldinstitute bei Regulierungsvorschriften entlasten.

FrankfurtDie Bundesbank macht sich für Ausnahmen bei den Regulierungsvorschriften für kleinere Geldhäuser stark. Ein Ansatz wäre, die Regeln von Grund auf zu ändern, sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret am Mittwoch in Duisburg laut Redetext. „Man schafft also neue Gesetzesgrundlagen, die Erleichterungen für kleinere Institute bei allen oder bei einer Vielzahl von Regeln einführen.“ In Deutschland beklagen gut 1400 Sparkassen und Genossenschaftsbanken seit längerem, dass sie durch die neuen Vorgaben überfordert werden.

Dombret kann sich in diesem Zusammenhang auch ein komplette Zweiteilung der Regulierung für kleinere Institute und große, international aktive Banken vorstellen. „Ich bin der Ansicht, dass man dies ergebnisoffen prüfen sollte.“ Kleinere und regional tätige Institute würden dann abgestuften Regeln unterliegen. Bei den Kapital- und Liquiditätsanforderungen könne es dabei allerdings keine Erleichterungen geben.

So haben deutsche Banken beim Stresstest 2016 abgeschnitten

EZB-Bankenstresstest - die Szenarien

Die Europäische Bankenaufsicht (EBA) hat 51 große Banken aus 15 europäischen Ländern unter die Lupe genommen. Sie prüfte mit der Europäischen Zentralbank eine ganze Reihe von Kennzahlen und testeten wie sich diese in verschiedenen Szenarien bis 2018 entwickeln dürften.

Zum einen spielte die EBA durch, wie es den Banken gehen wird, falls die Vorhersagen der Europäischen Kommission zur Konjunktur in den nächsten Jahren eintreten (Basisszenario). Zum anderen testeten sie die Institute auch im Szenario einer sehr viel schlechteren wirtschaftlichen Entwicklung (Adverses Szenario).

So haben die neun geprüften deutschen Banken abgeschnitten:

Bayerische Landesbank

Kernkapitalquote (2015): 11,99 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 12,41 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 8,34 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -365

Commerzbank

Kernkapitalquote (2015): 12,13 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 13,13 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 7,42 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -471

Dekabank

Kernkapitalquote (2015): 13,50 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 14,17 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 9,53 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -397

Deutsche Bank

Kernkapitalquote (2015): 11,11 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 12,08 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 7,80 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -332

Landesbank Baden-Württemberg

Kernkapitalquote (2015): 15,98 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 15,58 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 9,40 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -658

Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale

Kernkapitalquote (2015): 13,11 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 14,42 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 10,10 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -301

Norddeutsche Landesbank

Kernkapitalquote (2015): 12,09 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 13,16 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 8,62 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -347

NRW.Bank

Kernkapitalquote (2015): 42,54 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 39,44 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 35,40 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -714

Volkswagen Financial Services AG

Kernkapitalquote (2015): 11,67 %

Kernkapitalquote nach Basisszenario (2018): 12,90 %

Kernkapitalquote nach adversem Szenario (2018): 9,55 %

Differenz 2015 vs adv. Szenario 2018 (in Basispunkten): -211

Die globalen Aufseher hatten nach der Finanzkrise unter anderem schärfere Eigenkapitalvorschriften für Banken beschlossen. Das neue Regelwerk - in Fachkreisen „Basel III“ genannt – tritt in mehreren Schritten bis Ende 2018 in Kraft.

Von

rtr

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