Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.03.2004

08:48 Uhr

Businessplan steht auf vier Eckpfeilern

Italienische Allianz-Tochter RAS gibt kräftig Gas

VonMarcello Berni (Handelsblatt)

Nach der Übernahme der Vermögensverwaltungsgesellschaft BNL-Investimenti plant Italiens zweitgrößter Versicherungskonzern RAS weitere Zukäufe. „Wir wollen zwar in erster Linie organisch wachsen, können uns aber auch vorstellen, weitere Vertriebsnetze zu akquirieren,“ sagte RAS- Vorstandschef Mario Greco dem Handelsblatt. RAS ist eine 56-prozentige Tochter der Allianz-Gruppe.

MAILAND. Die Übernahme der BNL-Investimenti mit ihren 1 000 Beratern und verwalteten Mitteln in Höhe von 3,2 Mrd. Euro soll bis spätestens Mai abgeschlossen sein. Der Deal war Ende 2003 angekündigt worden. Der Preis von 100 Mill. Euro ist nach Angaben der Investmentbank UBM im Vergleich zu ähnlichen Deals in der jüngeren Vergangenheit günstig.

Damit hat der 44-jährige Greco ein weiteres Mal seinen außergewöhnlich guten Geschäftssinn unter Beweis gestellt. Seit rund fünf Jahren leitet der frühere Mc Kinsey- Berater die RAS und in dieser Zeit hat sich die früher als etwas verstaubt geltende Gesellschaft hervorragend entwickelt. Der heimische Marktanteil bei Lebensversicherungen ist von 6,8 Prozent auf knapp 12 Prozent in die Höhe geschnellt. Heute rangiert nur noch die Generali- Gruppe vor der RAS, die gemeinsam mit der Allianz auch Töchter in Österreich, der Schweiz sowie auf der iberischen Halbinsel hat. Die Prämieneinnahmen haben jährlich um 25 Prozent zugelegt und lagen in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres bei 12,3 Mrd. Euro. Der Reingewinn dürfte sich 2003 im Vergleich zu 1999 auf voraussichtlich 550 Mill. Euro verdoppelt haben. Die Bilanz veröffentlicht das Unternehmen am Donnerstag.

„Die RAS war immer schon eine grundsolide Versicherung. Was fehlte war eine klar umrissene Strategie,“ sagt Greco, der in Mailänder Finanzkreisen auf eine Stufe gestellt wird mit Alessandro Profumo, dem viel gelobten Chef der Großbank Unicredito Italiano. Um das besagte Manko der fehlenden Strategie zu beheben hatte Greco im Jahr 2000 einen Drei-Jahres-Plan entwickelt, dem nun ein Businessplan 2004 bis 2006 gefolgt ist. Zentrale Zielgrößen sind eine 50 prozentige Steigerung des Reingewinns auf 820 Mill. Euro und ein weiterer Prämienzuwachs auf knapp 20 Mrd. Euro. Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROE) soll am Ende des Zeitraums bei 16,5 Prozent liegen. „Während der erste Plan eine Restrukturierung darstellte, die auf Kostenersparnisse und eine Steigerung der Effizienz baute, so beinhaltet der Plan 2004-2006 eine Wachstumsstrategie, die extrem marktorientiert ist und deren Erfolg von jedem einzelnen Mitarbeiter abhängt,“ sagt Greco.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×