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20.03.2006

16:15 Uhr

BVR-Jahrespresskonferenz

Genossenschaftsbanken zieht es an die Börse

Um sich frisches Kapital zu besorgen, denken Deutschlands Volks- und Raiffeisenbanken auch über einen Gang an die Börse nach. Der Verband hat auch schon genaue Vorstellungen darüber, in welchem Umfang dies geschehen könne.

Bald auch an der Börse gelistet?

Bald auch an der Börse gelistet?

HB BERLIN. Das Thema Börsengang werde in den nächsten Jahren in der Verbundgruppe diskutiert, sagte der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR), Christopher Pleister, am Montag bei der BVR-Jahrespresskonferenz in Berlin. „Wir haben in unserer Organisation Werte, die wir nicht kapitalisiert haben, was ein Ausdruck von vorhandener Stärke ist.“ Es werde aber nie Börsengänge geben, bei denen die Eigentümerrechte der Verbundgruppe unter 50 Prozent sänken. „Aber auch eine Platzierung von 24,9 Prozent würde schon erhebliche Potenziale mobilisieren.“ In Finanzkreisen hieß es, Börsengänge deutscher Genossenschaftsbanken könnten in den nächsten fünf Jahren konkret werden.

Pleister sagte, andere genossenschaftliche Institute in Europa – vor allem in Frankreich und Österreich – hätten das Potenzial der Börse bereits erfolgreich genutzt. „Das sind Fragen, denen sich unsere Gruppe stellen wird.“ Zuletzt habe es Schritte in diese Richtung gegeben, wie etwa die Umwandlung der WGZ Bank in eine Aktiengesellschaft. Die WGZ ist neben der DZ-Bank eines der genossenschaftlichen Spitzeninstitute.

Es sei noch zu früh, zu sagen, für welches Institut der Verbundgruppe ein Börsengang in Frage käme, betonte Pleister, fügte aber hinzu: „Die DZ-Bankengruppe insgesamt ist als Allfinanz-Dienstleister am besten in Deutschland aufgestellt.“ Pleister, der auch DZ-Aufsichtsratschef ist, betonte die gute Marktposition seines Instituts. „Wir haben noch keine konkreten Pläne und ich möchte auch nicht, dass als Folge dieser Pressekonferenz nun bei der DZ Bank die Investmentbanker Schlange stehen und Sturm laufen.“

Zur Debatte um die seit langem diskutierte Fusion von DZ und WGZ sagte Pleister, zwischen beiden Banken gebe es derzeit eine „gewisse Unverkrampftheit“. „Solche Fusionen kommen, wenn keiner damit rechnet.“ Die beiden Spitzeninstitute hatten ihre Bereitschaft zum Zusammenschluss bekräftigt, dieser scheiterte bisher aber vor allem an Strukturfragen.

Unternehmen der Verbundgruppe prüfen Pleister zufolge derzeit, ob sie die Berliner Volksbank bei ihrem Bieten für die Bankgesellschafts-Tochter Berliner Bank finanziell unterstützen. Die Sicherungseinrichtung der Gruppe, die der Berliner Volksbank jahrelang finanziell unter die Arme gegriffen hatte, stehe dafür aber nicht zur Verfügung, bekräftigte der BVR-Chef. Vielmehr werde sie den Vorgang genau prüfen.

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