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27.03.2012

09:28 Uhr

Caixa-Bank

Gewinner der spanischen Konsolidierungswelle

VonAnne Grüttner

Das spanische Geldinstitut Caixabank übernimmt die Banca Civica im Wege eines Aktientauschs - und wird nach der Fusion Spaniens drittgrößtes Kreditinstitut.

Caixa Bankfiliale in Madrid. Reuters

Caixa Bankfiliale in Madrid.

MadridSpanien schrumpft auf allen Ebenen – auch und besonders im Bankensektor. Gestern beschlossen die Verwaltungsräte der bisher viertgrößten Bank des Landes, Caixabank, sowie der kleineren börsennotierten Banca Civica eine Fusion per Aktientausch. Die Banken wollen rund tausend Filialen schließen und ihre Belegschaft um etwa zehn Prozent verringern. Das aus der Fusion hervorgehende Kreditinstitut wird unter der Führung des jetzigen Caixabank-Chefs Isidro Fainé die drittgrößte spanische Bank sein.

Seit vier Jahren befindet sich der spanische Bankensektor in einem Prozess der Konsolidierung und Gesundschrumpfung. Überkapazitäten aus den langen Jahren des kreditgetriebenen Immobilienbooms müssen abgebaut, die faulen Kredite des Bau- und Immobiliensektors verdaut werden.
Der war auch großteils verantwortlich für den Anstieg der Säumnisrate, die allein von Ende Dezember bis Ende Januar von 7,6 auf 7,9 Prozent zunahm. Die Rate der faulen Kredite in diesem Sektor liegt bei mehr als 20 Prozent. Die Analysten von Macquarie erwarten einen weiteren Anstieg dieser Rate bis 2013. Die schlechte Wirtschaftslage sorgt gleichzeitig für einen raschen Gewinnrückgang bei den Banken.

In dieser Situation bauen nicht nur praktisch alle Institute in großem Stil Filialen und Mitarbeiter ab, auch die Zahl der Kreditinstitute insgesamt schrumpfte seit 2008 um ein Vielfaches. Nach der jetzt angelaufenen dritten Konsolidierungswelle „könnten auf nationaler Ebene rund ein Dutzend wettbewerbsfähige Institute übrig bleiben“, schätzt Wirtschaftsminister Luis de Guindos.

Bis Ende dieser Woche müssen die spanischen Banken der Banco de España nun mitteilen, wie sie bis Jahresende die neuen Rückstellungen und Kapitalkissen in Höhe von mehr als 50 Milliarden Euro aufbringen wollen, die ein kürzlich verabschiedetes Finanzreformgesetz den Instituten für ihre faulen Immobilienaktiva abverlangt. Während die meisten großen, börsennotierten Häuser wie Banco Santander, BBVA, Caixabank oder auch Sabadell bereits glaubhaft versichert haben, sie könnten die zusätzlichen Rückstellungen aus eigener Kraft aufbringen, werden viele Institute auf eine Übernahme oder staatliche Hilfen zurückgreifen müssen.

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