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27.04.2011

00:00 Uhr

Cajas

Spaniens Sparkassen haben Stress vor den Tests

VonAnne Grüttner

Spaniens Sparkassen, die Cajas, müssen in dieser Woche noch erklären, wie sie ihre Bilanzen für den europäischen Stresstest in Ordnung bringen wollen. Doch die Institute erwarten in diesem Jahr ein Minus von 20 Prozent.

Die Caja Mediterraneo (CAM) braucht am meisten Geld unter Spaniens Sparkassen. Quelle: Reuters

Die Caja Mediterraneo (CAM) braucht am meisten Geld unter Spaniens Sparkassen.

Madrid Die Zeit wird knapp für die angeschlagenen Cajas. Bis Donnerstag müssen Spaniens Sparkassen erklären, wie sie ihre Bilanz in Ordnung bringen wollen. Acht Prozent Kernkapital schreibt der Gesetzgeber in Spanien neuerdings vor - mindestens. Banken, die nicht an der Börse notiert sind, müssen sogar zehn Prozent mitbringen. Das Datum ist nicht zufällig gewählt: Denn für die neuen europäischen Stresstests werden nur solche Restrukturierungen berücksichtigt, die vor dem 30. April beschlossen wurden.
Am kommenden Freitag müssen die jeweiligen Zentralbanken, also auch die spanische, die Daten der zu testenden Kreditinstitute an die europäische Bankenaufsicht schicken. Von den insgesamt neun unterkapitalisierten Cajas wollen vier an die Börse gehen, um sich das nötige Kapital zu beschaffen. Der Rest nimmt den staatlichen Rettungsfonds FROB in Anspruch.
Bankia, das drittgrößte Kreditinstitut Spaniens, will im Juni auf das Börsenparkett. Da Bankia danach nur noch acht Prozent Kernkapital braucht, schrumpft der Kapitalbedarf von 5,8 Milliarden auf 1,8 Milliarden Euro.
Banca Civica braucht 850 Millionen Euro an zusätzlichem Kapital - und will bis zu 40 Prozent der Anteile an die Börse bringen. Die Banco Mare Nostrum (BMN) will 20 Prozent des Kapitals auf den Markt bringen. Sollte ein Börsengang nicht möglich sein, müsste BMN den Rettungsfonds anzapfen, um 500 Millionen an fehlendem Kapital aufzutreiben.
Die neue Fusion aus Cajastur, Caja Extremadura und Caja Cantabria, die aus der gescheiterten Gruppe Banco Base hervorgingen, möchte zur Deckung des Kapitalbedarfs von 519 Millionen EUR ebenfalls an die Börse. Alternativ könnte die Gruppe Beteiligungen verkaufen, etwa an das Energieunternehmen Enagás oder an EDP.
Die vier Bankengruppen Novacaixagalicia, Unnim, Catalunya Caixa und CAM sollen mindestens 7,5 Milliarden Euro vom FROB bekommen. "Wenn die Rekapitalisierungspläne der Cajas scheitern sollten, ist es natürlich möglich, dass noch weitere Cajas beim FROB um Gelder bitten müssen", meinen die Analysten der LBBW.

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