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11.12.2012

18:10 Uhr

Cash-Clearing-Konten

UBS will Geldflut aus dem Ausland stoppen

Nach der Credit Suisse geht mit der UBS die zweite Schweizer Großbank gegen die zunehmenden Geldflüsse von ausländischen Banken vor. Die UBS plant die Einführung einer Gebühr auf die sogenannten Cash-Clearing-Konten.

Die UBS kämpft mit steigenden Belastungen durch hohe Einlagerung von Geld von ausländischen Banken auf Cash-Clearing-Konten. Reuters

Die UBS kämpft mit steigenden Belastungen durch hohe Einlagerung von Geld von ausländischen Banken auf Cash-Clearing-Konten.

ZürichDie Schweizer Großbank UBS stemmt sich wie schon der Lokalrivale Credit Suisse gegen übermäßige Geldzuflüsse von ausländischen Banken. Während Credit Suisse Anfang Dezember Negativzinsen in Aussicht stellte, will UBS eine spezielle Gebühr erheben, wenn Guthaben auf sogenannten Cash-Clearing-Konten eine bestimmte Grenze überschreiten. Cash-Clearing-Konten dienen der Abwicklung des Zahlungsverkehrs zwischen Banken. UBS ermutige ihre Kunden, ihre Franken-Guthaben so niedrig wie möglich zu halten und nicht über das hinauszugehen, was üblicherweise für den Zahlungsverkehr gebraucht werde, hieß es in einer über das internationale Banken-System SWIFT verbreiteten UBS-Mitteilung, die Reuters am Dienstag vorlag.

Vor gut einer Woche hatte Credit Suisse ebenfalls über SWIFT eine weitgehend gleichlautende Mitteilung verbreitet. Im Gegensatz zu UBS schreckte die Nummer zwei der Schweizer Finanzbranche nicht vor dem Reizwort Negativzinsen zurück. Seit Montag zieht die Bank unter bestimmten Bedingungen von Guthaben anderer Banken eine Art Strafzins ab.

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Im Devisenhandel gab es immer wieder Spekulationen, die Schweizerische Nationalbank (SNB) könnte Negativzinsen auf ausländisches Geld einführen, um Finanzanlagen in der Schweiz unattraktiv zu machen und so gegen eine Aufwertung des Frankens vorzugehen. Die SNB wollte den Schritt der UBS wie schon zuvor den der Credit Suisse nicht kommentieren. Der Franken gab gegenüber dem Euro leicht nach. Normale Bankkonten von Ausländern sind von den Entscheidungen der beiden Großbanken nicht betroffen.

Dass die Banken nun Strafgebühren und Strafzinsen erheben, hat nach Angaben von Insidern vor allem wirtschaftliche Gründe. Da die Franken-Zinsen extrem niedrig sind, können die Banken die auf den Clearing-Konten liegenden Gelder nicht mehr kostendeckend weiterverleihen. Seit Anfang Dezember bewegt sich der Dreimonats-Franken-Libor bei 0,014 Prozent.

UBS hatte institutionelle Kunden bereits Ende August 2011 auf die Möglichkeit einer solchen Spezialgebühr hingewiesen. Damals wertete der Franken zum Euro stark auf und im September führte die Schweizerische Nationalbank dann den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken ein. Seit dem Beginn der Euro-Schuldenkrise flüchten internationale Anleger in den Franken und andere als sicher eingeschätzte Währungen wie etwa die dänische Krone. Auch andere Geldhäuser wie etwa Bank of New York Mellon oder State Street erheben Negativzinsen auf Franken- und Kronen-Einlagen anderer Banken.

Von

rtr

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