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24.10.2011

18:32 Uhr

Casinogeschäfte

Reiche Zocker sollen die Deutsche Bank in Vegas retten

Der Dax-Konzern hat Milliarden in ein Casino gesteckt, das bislang nur Verluste bringt. Nun soll ein eigener Bereich für besonders zahlungskräftige Spieler die Wende bringen. Dabei droht neuer Ärger in Las Vegas.

Das Kasino der Deutschen Bank in Las Vegas: Das Cosmopolitan ist bisher defizitär. Pressefoto Deutsch Bank

Das Kasino der Deutschen Bank in Las Vegas: Das Cosmopolitan ist bisher defizitär.

Las VegasJeff Martin* ist auf der Jagd. Er sitzt in seinem kleinen Büro im funkelnden „Cosmopolitan“, dem Casino der Deutschen Bank. Bewaffnet mit Handy, Computer und Adressbuch, jagt er das, was man in Las Vegas „Wale“ nennt – reiche Zocker, die an einem Abend mehrere Hunderttausend Dollar oder gar Millionen aufs Spiel setzen. „Ein Wal ist jemand, den wir mit einem Flugzeug abholen, in einem Penthouse übernachten lassen und der für nichts bezahlen muss“, sagt Martin, der seinen richtigen Namen lieber nicht in einer Zeitung lesen will. Ist erst einmal einer dieser Spezies angelockt, hat er üblicherweise Freunde, die Martin ansprechen kann.

Wale sind die neue Hoffnung für das Casino-Projekt der Deutschen Bank in Las Vegas. Seit fast einem Jahr hat das 3,9 Milliarden Dollar teure Cosmopolitan geöffnet. Doch während die Restaurants und der Nachtclub gut besucht sind, läuft das Geschäft mit dem Glücksspiel schlecht. „Die großen Casinos machen rund 38 Prozent ihres Umsatzes mit Glücksspielen. Beim Cosmopolitan sind es gerade einmal 22 Prozent“, sagt David Schwarz, Professor an der University of Nevada, Las Vegas.

Die Folge: Das „Cosmo“ – wie es in Las Vegas genannt wird – hat im ersten Halbjahr einen Verlust von 111 Millionen Dollar eingefahren. „Ohne ein gesundes Casino-Geschäft“, sagt Schwarz, „kann man in Las Vegas nicht erfolgreich sein.“

Das hat offenbar auch die Deutsche Bank erkannt. Wie das Handelsblatt aus Unternehmenskreisen erfuhr, investiert das Cosmo gerade in einen exklusiven Bereich für große Zocker, für Wale. Am 11. November soll dieser eröffnet werden, sagte ein Insider. In dieser Zeit werden auch die nächsten Quartalsergebnisse erwartet.

Das größte deutsche Kreditinstitut hat mit seinen Investments in der „Stadt der Sünde“ bislang mehr Ärger als Erfolg. Neben dem Cosmo hat es eine Milliarde Dollar in einen anderen Casino-Betreiber investiert. Der hat Ärger mit der Gewerkschaft, in den auch die Geldgeber aus Deutschland hineingezogen werden.

* Name von der Redaktion geändert

Kommentare (4)

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milupe

24.10.2011, 19:19 Uhr

Geld stinkt ja nicht. Ob DB auch mal Fertitta gegoogelt hat ? Al Capone jedenfalls wollte schon bald keine Geschaefte mit dem Clan mehr machen , aus Selbstschutzgruenden.

Moika

24.10.2011, 21:30 Uhr

Früher wurden die Spielcasinos mit Mafiageldern gebaut bzw. finanziert. Heute ist es die Ackermann Bank.

Paßt doch.

asprung

24.10.2011, 23:01 Uhr

Casino - Kapitalismus. Muss man da noch mehr dagen?

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