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13.02.2004

08:14 Uhr

CEO schließt Übernahme in Deutschland nicht aus

Barclays kündigt erneut Europa-Expansion an

Barclays-Chef Matthew Barrett hat gegen die Übernahme einer deutschen Bank keine grundsätzlichen Bedenken.

fs LONDON. Bei der Präsentation der Jahresergebnisse des nach Marktkapitalisierung viertgrößten britischen Instituts sagte der Kanadier, zwar sei die Struktur des deutschen Bankenmarktes nach wie vor ungünstig für renditeorientierte Institute. „Man sollte jedoch nicht nur anhand der Eigenkapitalrendite argumentieren“, so Barrett. Wichtig sei, was man für sein Geld erhalte. „Wir würden uns darüber freuen, ein zweites festes Standbein in einem Nachbarland zu bekommen.“

Bislang gilt die Übernahme einer deutschen Universalbank durch ein ausländisches Institut wegen der Säulen-Struktur des Bankensektors und den daraus resultierenden niedrigen Margen als bei den Aktionären schwer vermittelbar. Auch Barrett fügte gestern an, dass es in Europa sicherlich leichtere Märkte für die von Barclays erneut angekündigte Expansion in Europa gebe.

Zuvor hatte Barclays ein Jahresergebnis präsentiert, das leicht über den Erwartungen lag. Bei den operativen Einnahmen legte Barclays um ein Zehntel auf 12,4 Mrd. Pfund (17,7 Mrd. €) zu. Der Gewinn vor Steuern stieg sogar um ein Fünftel auf knapp 3,85 Mrd. Pfund. Das Ergebnis kam vor allem durch die gute Entwicklung der Investment-Bank Barclays Capital zustande. Das auf den Anleihehandel spezalisierte Institut legte einen um mehr als ein Drittel erhöhten operativen Gewinn von gut 780 Mill. Pfund vor. Zudem profitierte Barclays erneut von niedrigen Hypotheken-Zinsen und starkem Konsum der Verbraucher. Die das UK-Geschäft umfassende Sparte konnte fast eine Milliarde Pfund zum Gewinn beitragen, das Kreditkartengeschäft Barclaycard lag bei gut 720 Mill. Pfund. Der nach wie vor wichtigste Ergebnisfaktor, die Geschäftskunden-Sparte, legte um 7 % auf gut 1,3 Mrd. Pfund zu.

Die Aktie verlor trotz der soliden Ergebnisse gestern zeitweise mehr als 3,7 % auf 495 p. „Die Investoren haben nach dem ersten Halbjahr etwas höhere Ergebnisse erwartet“, sagte etwa David Ridland vom Fondsmanager und Barclays-Aktionär Britannic Asset Management.

Barclays setzte sich als wichtigstes Ziel für die nächsten vier Jahre, beim Aktienkurs im vorderen Quartal der Peer-Gruppe Banken zu landen. Dafür ist nach Ansicht des Managements ein jährlicher Anstieg des ökonomischen Gewinns von 10 bis 13 % oder insgesamt bis zu 7,8 Mrd. Pfund über die nächsten Jahre erforderlich. Die in der vergangenen Periode gesetzten Vierjahresziele wurden zum Teil erfüllt. Zwar entwickelte sich der Aktienkurs den Zielen konform. Den erhofften doppelten ökonomischen Gewinn erreichte Barclays aber nicht.

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