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25.01.2007

21:03 Uhr

Chancen für Nasdaq steigen

LSE-Aktienkurs gerät im Übernahmekampf unter Druck

In den festgefahrenen Übernahmekampf zwischen der US-Börse Nasdaq und dem Londoner Konkurrenten LSE kommt Bewegung. Am Donnerstag fiel der Aktienkurs der LSE zum ersten Mal seit zwei Wochen unter die Marke von 13 Pfund. Die Börsenanteile verloren 1,8 Prozent an Wert und fielen auf 12,83 Pfund.

HB LONDON. Analysten räumen der Nasdaq jetzt bessere Chancen ein, mit ihrer Offerte doch noch zum Erfolg zu kommen. Die Amerikaner bieten 12,43 Pfund je LSE-Aktie. "Der Kurs fällt, das sind gute Nachrichten für die Nasdaq, allerdings ist es noch immer schwierig den Ausgang der Übernahmeschlacht vorheruzusagen", betonte ein Analyst. Die Nasdaq hält bereits 29 Prozent der LSE-Aktien und wäre mit einer einfachen Mehrheit von 51 Prozent zufrieden. Der Vorstandsvorsitzende der US-Börse Bob Greifeld scheiterte bereits mit zwei Übernahmeversuchen am Widerstand von LSE-Chefin Clara Furse.

An diesem Wochenende läuft eine wichtige Frist im jüngsten Übernahmekampf zwischen den beiden Konkurrenten ab. Die Nasdaq darf ihre Offerte nur noch bis Samstag um Mitternacht erhöhen. Allerdings erlaubt das britische Übernahmerecht dies nur, wenn die LSE bereit ist Verhandlungen aufzunehmen und dem neuen Angebot zustimmt.

Die Nasdaq hat mehrfach betont, dass sie nicht die Absicht hat, die Offerte aufzustocken, das aktuelles Angebot sei fair und endgültig. Auf der anderen Seite hat die LSE das Angebot bis zuletzt stets als "deutlich zu niedrig" abgelehnt. Nasdaq-Chef Bob Greifeld betonte gestern erneut, dass es bislang keinen Kontakt mit dem LSE-Management gebe, und dass die Chancen, dass sich das bis Samstag ändere sehr gering seien. Die Nasdaq kann ihr aktuelles Angebot noch bis zum 10. Februar verlängern.

"Die Fronten sind verhärtet, offenbar stellen sich die Investoren allmählich darauf ein, dass es kein höheres Angebot geben wird", sagte gestern ein Londoner Analyst. Zahlreiche Hedge-Fonds haben darauf gesetzt, dass die Nasdaq noch einmal nachlegen muss, weil der Kurs deutlich über dem Angebotspreis lag. "Die Positionen verschieben sich", erläuterte der Analyst. Inzwischen steige die Zahl der Hedge-Fonds, die auf fallende statt auf steigende LSE-Kurse setzen.

Eine entscheidende Rolle im Übernahmekampf spielt der US-Millardär Samuel Heyman. Heyman hat in den vergangenen Wochen seinen Anteil an der LSE auf über zehn Prozent aufgestockt und ist damit zweitgrößter Anteilseigner nach der Nasdaq. In New York hieß es in der vergangenen Woche Heyman stehe hinter LSE-Chefin Clara Furse, die die feindliche Nasdaq-Offerte als "deutlich zu niedrig" ablehnt.

Nach Informationen aus Finanzkreisen könnte Heyman seine Meinung allerdings ändern und seine Aktien doch noch der Nasdaq anbieten, ohne Verluste in Kauf nehmen zu müssen. Zwar hat Heyman einen Teil seines Pakets erst in den vergangenen Wochen zu Kursen über dem Angebotspreis der Nasdaq erworben. Den Löwenanteil habe der Investor allerdings bereits im Sommer gekauft, so dass der Durchschnittspreis seiner Aktien unter den von der Nasdaq gebotenen 12,43 Pfund liege, hieß es in den Kreisen.

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