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18.09.2012

07:17 Uhr

Chef Société Générale

Oudéa plädiert für zentrale Bankenaufsicht

VonNicole Bastian, Georgios Kokologiannis

ExklusivFrédéric Oudéa ist guter Hoffnung, dass Frankreichs Regierung kein Trennbankensystem durchsetzt. Zudem hält der Chef der Société Générale im Gespräch mit dem Handelsblatt eine europäische Bankenunion für sinnvoll.

Der Chef der französischen Großbank Société Générale, Frédéric Oudéa plädiert für eine zentrale Bankenaufsicht. AFP

Der Chef der französischen Großbank Société Générale, Frédéric Oudéa plädiert für eine zentrale Bankenaufsicht.

FrankfurtDer Chef der französischen Großbank Société Générale, Frédéric Oudéa, erwartet weder, dass die Regierung in Paris ein Trennbankensystem durchsetzt - noch, dass den Finanzhäusern ein Verbot ihres Eigenhandels droht. So der Top-Banker in einem Interview mit dem Handelsblatt. Dagegen sei die europäische Bankenunion sinnvoll, die in diesen Tagen auf den Weg gebracht wird. Perspektivisch sei hier sogar noch mehr vorstellbar.

„Die Politik fordert: Die Banken sollen der Wirtschaft nützen – das schließt das Kapitalmarktgeschäft ein, das wichtig für die Unternehmen ist und unter den Basel-III-Kapitalvorschriften noch wichtiger wird“, sagte Oudéa in Frankfurt. Daher glaube er nicht an eine Abspaltung des Investmentbankings.

Auch beim Thema Eigenhandel rechnet Oudéa nicht mit einer Zäsur: In diesem Bereich könne es nicht zu einem Verbot kommen, da zum einen die Möglichkeit sehr begrenzt sei, einen „signifikanten Anteil des Eigenkapitals“ hierfür einzusetzen. Zum anderen schaffe der Eigenhandel der Banken überhaupt erst die benötigte Liquidität auf einigen Märkten wie beispielsweise beim Handel mit Staatsanleihen am Sekundärmarkt. „Dafür müssen wir eigene Bestände aufbauen“, so Oudéa. Doch müsse hier die Kontrolle von Fachleuten außerhalb des Handelsbereichs kommen, damit die Risiken im Griff blieben und es zu keinem Missbrauch komme.

Sinnvoll sei dagegen eine zentrale Aufsicht der Banken: „Eine Bankenunion sollte die Europäische Währungsunion stärker machen, da hier für alle Institute die gleichen Regeln gelten.“ Dass eine eng mit der Zentralbank verbundene Aufsicht funktioniere, zeige das Beispiel Frankreich. „Das sollte auch für eine Aufsicht gelten, die eng an die europäische Zentralbank angebunden sei“, so Oudéa. „Am Ende sollte es weltweit nur noch eine Bankenaufsicht geben, die dabei hilft, die Risiken in den Banken weltweit zu verringern.“ Doch das liege noch in weiter Ferne.

Kommentare (27)

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ferrucciobellini

18.09.2012, 07:34 Uhr

Out Oudèa! Natürlich hält er eine Vergemeinschaftung der Einlagen für sinnvoll. Denn Société Générale ist einer der größten Gläubiger der Griechen!!! Wo bitte ist bei diesem egoistischen Denken der europäisch-gemeinsame Gedanke????

republikaner

18.09.2012, 08:02 Uhr

Na klar! Hier geht es doch nicht um Bankenaufsicht. Da gibt es Institute zur Genüge, BAFIN, Bundesbank, etc. Es geht einzig und allein ungeniert sich am deutschen Einlagensicherungsfonds zu bedienen. Einbrecher und Dieben sollte man ordentlich auf die Finger hauen! Das würde Mut und Prinzipienfestigkeit verlangen - da sehe ich in der deutschen Politik niemanden.

Account gelöscht!

18.09.2012, 08:05 Uhr

Es gibt keinen europäisch-gemeinsamen Gedanken. Jeder Vertreter jedes Staates oder Interessenverbandes sieht nur seinen Vorteil und kämpft dafür, außer unserem Bundeshosenanzug und dem Rolli. Aber das liegt natürlich an unserer "Erbschuld".

Wir werden hier mit den 10 NSU-Morden unterhalten. Wieviel Deutsche wurden in dem Zeitraum von Ausländern ermordet? Darüber redet niemand.

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