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09.03.2012

12:57 Uhr

Chefkontrolleur

Unicredit will Rampl-Nachfolger schnell finden

Für die Nachfolge des scheidenden Chefkontrolleurs Dieter Rampl sucht die Unicredit einen Manager „mit internationalem Profil“. Die italienische Großbank will die Personalie bereits bis Mitte April vom Tisch haben.

Bis Mitte April soll bei der UniCredit ein Nachfolger für Dieter Rampl her. dpa

Bis Mitte April soll bei der UniCredit ein Nachfolger für Dieter Rampl her.

WienDie italienische Großbank Unicredit will bis Mitte April einen Nachfolger für den scheidenden Chefkontrolleur Dieter Rampl finden. Koordiniert werde die Suche von einem Komitee innerhalb der Bank, das den Markt nach Managern mit internationaler Erfahrung im Finanzbereich sondiere, sagte Unicredit-Chef Federico Ghizzoni in Wien.

„Unser Profil stellt nicht darauf ab, dass der Chairman ein Italiener ist oder nicht. Es geht darum, dass es eine Person mit einem internationalem Profil ist. Ich würde gegen einen puren lokalen Italiener sein, aber auch gegen einen puren Österreicher oder einen puren Deutschen ohne internationale Erfahrung“, sagte Ghizzoni. Die Entscheidung träfen letztlich die Eigentümer.

Die Nationalität des Nachfolgers von Rampl ist vor allem für die Unicredit-Töchter HVB und Bank Austria ein Thema - wo manche einen zu starken italienischen Einfluss fürchten. Denn die italienischen Stiftungen, die rund zehn Prozent des Kapitals vertreten, drängen auf einen italienischen Kandidaten. Ihr Vertreter Fabrizio Palenzona, bisher einer der Rampl-Stellvertreter, wird als möglicher Nachfolger gehandelt.

Der bisherige Unicredit-Chefkontrolleur Dieter Rampl hatte vergangene Woche völlig überraschend seinen Rückzug aus der Bank angekündigt. Sein Vertrag läuft im Mai aus. Kreisen zufolge ist er mit dem Plan gescheitert, den Verwaltungsrat, der momentan aus 22 Personen besteht, zu verkleinern und internationaler auszurichten. Die Stiftungen, die traditionell italienische Interessen in der Bank vertreten, hätten das verhindert. Ghizzoni wollte sich nicht zu den Gründen für den Rücktritt äußern. Rampl verlasse die Bank aber „sicher nicht wegen Uneinigkeit mit dem Management.“

An den Gerüchten, Unicredit könne sich von der HVB oder der Bank Austria trennen, sei nichts dran. „Das entbehrt jeder Grundlage“, sagte Ghizzoni. Unicredit sei im Osteuropageschäft, das die Bank Austria leitet, gut in das laufende Jahr gestartet. Sie wolle sich künftig auf Wachstum in Russland, der Türkei, Polen und Tschechien konzentrieren. „In unserem Planungshorizont - das ist nicht bis morgen aber bis 2015 - würde ich die Möglichkeit von Akquisitionen in diesen Ländern nicht ausschließen“, sagte Ghizzoni. Konkrete Pläne gebe es derzeit aber nicht.

Sollten die derzeit mit Katar laufenden Übernahmeverhandlungen um die türkische Denizbank scheitern und das Institut wieder zum Verkauf stehen, „werden wir sehen, was wir machen“, sagte der Unicredit-Chef. Geldsorgen hat Ghizzoni nach der 7,5 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung zu Jahresbeginn erstmal nicht. Durch den Rückkauf von Hybridinstrumenten habe Unicredit einen Bruttogewinn von 670 Millionen Euro verbucht. Die Kapitalquote sei dadurch um zehn Basispunkte gestiegen.

Von

rtr

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