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10.07.2016

16:40 Uhr

Chefvolkswirt der Deutschen Bank

Folkerts-Landau fordert 150 Milliarden Euro für Bankenrettung

Hunderte Milliarden Euro haben die USA 2008 in die Rettung strauchelnder Banken gesteckt. Das wünscht sich der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, auch für die EU – wenn auch in kleinerem Umfang.

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank sagt, die EU komme um ein Programm zur Rekapitalisierung ihrer Banken nicht herum. Reuters

David Folkerts-Landau

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank sagt, die EU komme um ein Programm zur Rekapitalisierung ihrer Banken nicht herum.

BerlinDer Chefvolkswirt der Deutschen Bank fordert ein 150 Milliarden Euro schweres EU-Programm zur Bankenrettung. „Man wird nicht umhinkommen, ein größeres Programm zur Rekapitalisierung der Banken aufzulegen“, sagte David Folkerts-Landau der „Welt am Sonntag“. Die USA hätten dies 2008 mit einem mehrere hundert Milliarden Dollar umfassenden Plan vorgemacht. Für Europa müsse es nicht so viel Geld sein. „Mit 150 Milliarden Euro lassen sich die europäischen Banken rekapitalisieren.“

In Europa drohe den Banken eine langsame, langfristige Abwärtsspirale. Die Institute säßen auf notleidenden Krediten im Volumen von zwei Billionen Euro. Die EZB-Strafzinsen belasteten die Finanzindustrie, und die niedrigen Aktienkurse machten es sehr schwer, frisches Eigenkapital am Markt zu besorgen. „Wir erleben Krisen in immer kürzeren Abständen. Und ich kann beim besten Willen nicht erkennen, wo Wachstum herkommen soll.“

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Eine neue EU-Richtlinie soll das Bezahlen bequemer und sicherer machen. Doch sie bedroht auch das Kerngeschäft traditioneller Geldhäuser. Fintechs jubeln, allerdings hat die Regeländerung für sie ebenfalls Folgen.

Besondere Aufmerksamkeit erfordere Italien, sagte Folkerts-Landau. Dort steige die Schuldenquote weiter, und die Banken des Landes hätten notleidende Kredite von 350 Milliarden Euro in ihren Büchern. „Aber das dürfte eher eine Untergrenze sein.“

Die neue EU-Bankenrichtlinie erlaube eine gewisse Flexibilität, erklärte der Ökonom. „So dürfen Staaten den Instituten unter bestimmten Voraussetzungen und für eine sehr limitierte Zeitspanne Kapital zur Verfügung stellen.“ Die Richtlinie verlange aber, dass zunächst die privaten Eigentümer und Gläubiger für acht Prozent der Zahlungsverpflichtungen aufkämen, bevor der Staat einspringen dürfe.

Von

rtr

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