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08.07.2015

15:05 Uhr

Chefwechsel bei Barclays

Antony Jenkins muss gehen

VonKatharina Slodczyk

Die britische Großbank trennt sich von ihrem bisherigen Chef Antony Jenkins. Vorübergehend übernimmt der Verwaltungsratsvorsitzende John McFarlane den Posten. Er soll den Umbau des Geldinstituts beschleunigen.

Zum Abschied erinnerte der Ex-Chef der britischen Großbank Barclays an seine Amtsantritt 2012: „Es ist heute leicht zu vergessen, wie schlecht es uns damals ging.“ AFP

Antony Jenkins tritt ab

Zum Abschied erinnerte der Ex-Chef der britischen Großbank Barclays an seine Amtsantritt 2012: „Es ist heute leicht zu vergessen, wie schlecht es uns damals ging.“

LondonZu zögerlich, zu langsam – das haben Investoren der britischen Großbank Barclays Vorstandschef Antony Jenkins immer wieder vorgeworfen. Im Sommer 2012 hat er den Spitzenposten angenommen und vor allem zwei Aufgaben zu meistern versucht: das durch Skandale und Bonus-Exzesse ramponierte Image des Geldhauses zu verbessern und die Investmentsparte wieder stärker auf Rendite zu trimmen. Weil die Einschnitte in dem Bereich nicht radikal genug ausfielen, hat Jenkins auf Druck der Investoren immer wieder nachbessern müssen.

Doch das reicht offenbar noch immer nicht aus. Am Mittwochmorgen verkündete die Bank daher den Abgang von Jenkins. John McFarlane, seit knapp drei Monaten Verwaltungsratschef der Bank, wird den Posten des Vorstandsvorsitzenden vorübergehend übernehmen, bis eine neue Lösung gefunden wird. Man müsse das nach wie vor schwerfällige und zu Bürokratie neigende Institut durch tiefere Einschnitte auf Vordermann bringen und die strategischen Änderungen beschleunigen, versprach McFarlane.

Der Aktienkurs reagierte zwischenzeitlich mit einem Plus von mehr als drei Prozent auf die Nachrichten. Seit Anfang dieses Jahres haben Barclays-Papiere um etwa sieben Prozent zugelegt.

Jenkins habe zwar signifikante Fortschritte erzielt, aber es brauche jetzt einen Wechsel an der Spitze und einen neuen Vorstandschef mit anderen Fähigkeiten, betonte McFarlane in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Vor allem eines soll der neue Mann mitbringen: „Er sollte mit dem Investmentbanking vertrauter sein und mit den Regionen, in denen Barclays vor allem Geschäfte macht“, sagte McFarlane.

Jenkins dagegen war vor seinem Wechsel an die Barclays-Spitze Chef des Privatkundengeschäfts. Das Investmentbanking sei sein Ding nicht, er habe lange gebraucht, um sich in den Bereich einigermaßen einzuarbeiten, verlautete zwischendurch aus dem Barclays-Umfeld.

Im Sommer 2012, als er sein Amt antrat, galt er allerdings gerade als gute Wahl für den Spitzenjob, weil er das Gegenteil seines Vorgängers Bob Diamond darstellte. Diamond war im Investmentbanking groß geworden und wegen Verfehlungen in dieser Sparte, allen voran der Manipulation des Referenzzinsatzes Libor, und wegen üppiger Boni massiv in die Kritik geraten. Wegen der Libor-Manipulation und anderer Verfehlungen – hauptsächlich unter Diamonds Führung – hat die Bank bisher insgesamt 2,4 Milliarden Dollar an Strafen bezahlt.

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